G20 in Atlanta: USA streichen Gruppenfoto – Europäer wollten nicht neben Lawrow stehen
Zum Auftakt des G20-Außenministertreffens in Atlanta hat US-Außenminister Rubio das traditionelle Familienfoto abgesagt. Mehrere Europäer hatten gedroht, dem Fototermin mit Russlands Außenminister Lawrow fernzubleiben.

Archivbild · Foto: U.S. Department of State / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Die USA haben beim Treffen der G20-Außenminister in Atlanta das übliche Gruppenfoto gestrichen. Nach Angaben zweier US-Regierungsvertreter, über die die Nachrichtenagentur AP berichtet, hatten mehrere europäische Diplomaten Einwände dagegen erhoben, gemeinsam mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow abgelichtet zu werden, und gedroht, den Fototermin zu verlassen. US-Außenminister Marco Rubio habe daraufhin entschieden, auf das Foto zu verzichten, damit der Streit die Gespräche nicht überlagere. Polens Außenminister Radosław Sikorski begrüßte die Absage laut AP als richtig.
Rubio leitet das zweitägige Treffen am Freitag und Samstag. Es soll den G20-Gipfel vorbereiten, den Präsident Donald Trump im Dezember in seinem Golfclub bei Miami ausrichtet. Ganz oben auf der Agenda steht nach US-Angaben die Freiheit der Seefahrt, etwa in der Straße von Hormus, im Roten Meer, im Schwarzen Meer und im Südchinesischen Meer. Moskau beklagte, die Visa für Lawrows Delegation seien erst in letzter Minute erteilt worden.
Die Ukraine ist nicht eingeladen, auch das G20-Mitglied Südafrika fehlt auf Wunsch Washingtons. Südafrikas Außenministerium erklärte, die Nichtteilnahme sei „nicht freiwillig“. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hatte am Freitag erklärt, es werde kein Familienfoto geben, auf dem die europäischen Partner gemeinsam mit Lawrow zu sehen seien. Es gebe keine Normalität mit Russland, sagte er nach dpa-Angaben.
