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Angst statt Anspruch: Studie beschreibt, wie unsicher befragte junge Männer beim Sex sind

In Interviews beschrieben fast alle befragten jungen Männer Sex als angespannt und von der Sorge geprägt, jemandem zu schaden. Die Forscher sehen Folgen für die Aufklärung über Einvernehmen.

Innenhof (Old Quad) der University of Melbourne (Archivbild)

Archivbild · Foto: Gracchus250 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Viele junge heterosexuelle Männer in einer kleinen Interviewstudie erlebten Sex weniger als Vergnügen denn als Situation voller Angst und Wachsamkeit. Das legt eine qualitative Studie im Fachjournal „Journal of Sex & Marital Therapy“ nahe, über die das Wissenschaftsportal PsyPost am 30. Oktober berichtete. Die Autoren Jossy Forrest (University of Melbourne), Jessie V. Ford (Columbia University) und Jonathan Herring (University of Oxford) werteten Interviews mit 31 Männern zwischen 18 und 32 Jahren aus, die von September bis November 2023 im Rahmen des „Blurred Lines Project“ geführt wurden; 24 lebten in Australien, 7 in den USA.

29 der 31 Männer beschrieben Sex als angespannt und von ständiger Aufmerksamkeit geprägt, ebenso viele äußerten große Sorge, ihrem Gegenüber zu schaden. 26 fürchteten Beschämung oder den eigenen Ruin – etwa durch formelle Vorwürfe (19) oder Gerede im Umfeld (17). 16 schilderten ein dauerhaftes Schamgefühl darüber, wer sie sind. Um Einvernehmen einzuschätzen, achteten die Männer auf viele Signale zugleich – körperliche, situative und verbale. Die Forscher schreiben, die Männer hätten niemanden gehabt, mit dem sie offen über Einvernehmen sprechen konnten. Gut gemeinte Aufklärung könne Sex unbeabsichtigt als technisches Risiko erscheinen lassen; sie empfehlen, Vertrauen, Kommunikation und die Wünsche beider Partner stärker zu betonen.

Die Aussagekraft ist begrenzt: Die Stichprobe ist klein und nicht repräsentativ, die meisten Teilnehmer wurden über eine australische Universität gewonnen. Vier von sieben Interviewfragen drehten sich um unklare oder nicht einvernehmliche Situationen, was den Blick auf negative Erfahrungen gelenkt haben könnte; Partnerinnen wurden nicht befragt. Ob die Ängste typisch für diese Generation sind, kann die Studie nicht klären. Aus demselben Projekt war im Februar bereits eine Arbeit erschienen, wonach junge Männer Einvernehmen grundsätzlich befürworten, die Umsetzung im Alltag aber schwierig finden.

Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.

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