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HIV-Schutz per Spritze: Fast 77.000 Menschen in Südafrika nutzen Lenacapavir

Seit Juni bietet Südafrika die HIV-Vorsorgespritze an, die nur zweimal im Jahr gegeben wird. Nun startet auch die Provinz Ostkap. Pflegekräfte in Gauteng berichten, wie sie die Technik lernen.

Eigene Titelgrafik der Redaktion: HIV-Schutz per Spritze in Südafrika

Grafik: TERRA WORLD NEWS (eigene Darstellung nach den genannten Quellen)

Südafrika baut die Vorsorge gegen HIV mit einer Spritze aus, die nur alle sechs Monate verabreicht werden muss. Das Mittel Lenacapavir wird seit dem 5. Juni an 360 öffentlichen Gesundheitseinrichtungen in sechs Provinzen angeboten. Bis zum 8. Oktober hatten landesweit 76.922 Menschen damit begonnen, davon 36.733 an 133 Einrichtungen in der Provinz Gauteng, wie das Gesundheitsportal Spotlight am 23. Oktober berichtete. Mitte Oktober startete laut der Zeitung The Herald auch die Provinz Ostkap die Einführung an ausgewählten Einrichtungen; sie gilt als Alternative zur täglichen Tablette zur Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP).

Zum Start erhalten die Patientinnen und Patienten bei einem Termin zwei Injektionen und nehmen am selben Tag sowie 24 Stunden später zusätzlich Tabletten; danach folgt alle sechs Monate eine Auffrischung. Pflegekräfte – Spotlight sprach mit Fachkräften in Gauteng – durchlaufen dafür zunächst eine Pflichtschulung und anschließend ein praktisches Training. Weil die Lösung zähflüssig ist, muss sie langsam gespritzt werden. Professorin Saiqa Mullick, Direktorin für Implementierungsforschung am Institut Wits RHI, sagte laut Spotlight vor Fachpublikum: „People want options that fit into their lives.“ („Die Menschen wollen Optionen, die zu ihrem Leben passen.“)

Der Bedarf ist groß: Für 2025 wurden in Südafrika rund 140.000 HIV-Neuinfektionen geschätzt. Modellrechnungen zufolge könnten bis 2030 jährlich 1,4 bis 2,1 Millionen Starts mit der Spritze im Schnitt 32.200 bis 51.700 Infektionen pro Jahr verhindern. Begleitend untersucht die Studie Len4PrEP von Wits RHI die Einführung im Alltag; sie hat zwischen November 2025 und Juni 2026 1.544 Teilnehmende aufgenommen, die bis Juni 2027 begleitet werden.

Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.

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