Fall Pike: „Kein Moment ohne Schmerzen“ – erste Erklärung nach gescheiterter Hinrichtung
Einen Monat nach der gescheiterten Giftspritze in Tennessee meldet sich die zum Tode verurteilte Christa Pike erstmals zu Wort. Sie klagt über Schmerzen und denkt an die Familie ihres Opfers.

Symbolbild · Foto: Thomas R Machnitzki (thomasmachnitzki.com) / Wikimedia Commons, CC BY 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
Die in Tennessee zum Tode verurteilte Christa Pike hat sich erstmals seit ihrer gescheiterten Hinrichtung am 30. September öffentlich geäußert. Die 50-Jährige diktierte die Erklärung ihren Anwälten auf der Krankenstation des Gefängnisses; veröffentlicht wurde sie am Freitag. „Seit jener Nacht gab es keinen Moment, in dem ich keine Schmerzen hatte“, heißt es darin nach Angaben der Nachrichtenagentur AP. Arme, Hände und Hals schmerzten, das Sprechen falle ihr weiter schwer, der Schmerz sei „nicht nur körperlich“.
Pike hatte zwei Dosen des Betäubungsmittels Pentobarbital überlebt. Sie sei bereit gewesen, friedlich zu sterben, und allein und verwirrt in einem Krankenhausbett aufgewacht, schrieb sie. Sie sei „tief verletzt von der Inkompetenz“, die so viele Menschen in diese Lage gebracht habe. Zugleich erklärte sie, sie denke weiter an die Familie ihres Opfers und deren Schmerz und Verlust. Pike war 1996 für den Mord an ihrer 19-jährigen Mitschülerin Colleen Slemmer in Knoxville im Jahr 1995 verurteilt worden.
Ihre Anwälte drängen Gouverneur Bill Lee, die Strafe in lebenslange Haft umzuwandeln. Lee sagte diese Woche, er gehe davon aus, dass das Urteil bestehen bleibe, „sofern die Gerichte nicht anders entscheiden“. Er ordnete eine Untersuchung an und verschob die zweite für dieses Jahr geplante Hinrichtung. „Ich weiß nicht, warum ich diese Nacht überlebt habe. Ich weiß nicht, was als Nächstes kommt“, schrieb Pike.
