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Konto dem Freund überlassen: Frau muss Geld aus Phishing-Betrug zurückzahlen

Das Landgericht Frankenthal verpflichtete eine Frau, knapp 6.000 Euro zurückzuzahlen, die nach einem Betrug auf ihrem Konto landeten. Ihre Bankkarte hatte ihr damaliger Freund.

Eingang des Landgerichts Frankenthal (Pfalz) (Archivbild)

Archivbild · Foto: GeorgDerReisende / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Wer dem Partner freien Zugriff auf das eigene Bankkonto lässt, kann für die Folgen geradestehen müssen. Das zeigt ein rechtskräftiges Urteil des Landgerichts Frankenthal (Pfalz) vom 18. September (Az. 9 O 46/25), über das die Fachportale Legal Tribune Online und beck-aktuell am 29. Oktober berichteten. Ein Mann aus Grünstadt war auf eine verbreitete Phishing-Masche hereingefallen: Nach einer SMS mit Link auf eine gefälschte Bankseite rief ihn ein angeblicher Bankmitarbeiter an und ließ sich unter dem Vorwand von „Updates“ die Online-Banking-Daten geben. Danach wurden knapp 6.000 Euro von seinem Konto auf das Sparkassen-Konto einer Frau aus Wuppertal überwiesen.

Die Frau gab an, von dem Betrug nichts gewusst zu haben. Sie habe ihrem damaligen Freund ihre Bankkarte überlassen, weil er sagte, er stecke in Schwierigkeiten; er habe das Geld abgehoben und ausgegeben, bevor die Beziehung endete. Ob das stimmt, ließ die 9. Zivilkammer offen – darauf kam es nicht an. Das Geld sei ohne Rechtsgrund auf ihrem Konto eingegangen und müsse zurückgezahlt werden. Weil sie dem Mann ihr Konto überlassen habe, müsse sie sich so behandeln lassen, als hätte sie von der kriminellen Herkunft des Geldes gewusst – auch wenn sie selbst nichts davon hatte.

Juristisch stützte sich das Gericht laut LTO auf die Regeln zur ungerechtfertigten Bereicherung (§ 812 BGB) und rechnete der Frau das Wissen ihres Ex-Partners entsprechend § 166 BGB zu; den Einwand, das Geld sei bereits ausgegeben, ließ es nicht gelten. Der Frau bleibt nach Angaben von beck-aktuell nur, sich bei ihrem Ex-Freund schadlos zu halten – ob das gelingt, ist offen. Der Fall zeigt, welches Risiko entsteht, wenn Bankkarte oder Kontozugang aus der Hand gegeben werden – auch innerhalb einer Beziehung.

Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.

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