Berlin --:--Freitag, 30. Oktober 2026
LIVE
Leben & AlltagNACHRICHTENFAKTENKONTEXT
Liebe & Beziehung ·

Pflege und Partnersuche: Wer Angehörige pflegt, hat kaum Zeit für die Liebe

Eine Online-Umfrage unter 354 partnersuchenden Menschen mit Pflegeerfahrung zeigt: Zeitmangel und Erschöpfung bremsen die Partnersuche. Von einem Partner wünschen sich viele vor allem Verständnis.

Hand einer älteren Person auf einem Gehstock (Symbolbild)

Symbolbild · Foto: Shixart1985 / Wikimedia Commons, CC BY 2.0 (zugeschnitten und skaliert)

Wer Angehörige pflegt, kommt bei der Partnersuche oft zu kurz. Das legt eine Online-Umfrage nahe, die die psychologisch ausgerichtete Partnervermittlung Gleichklang aus Hannover am 27. Oktober vorgestellt hat. Befragt wurden 354 partnersuchende Menschen mit Pflegeverantwortung im Alter von 21 bis 78 Jahren (Durchschnitt 57,3 Jahre); 68,2 Prozent waren Frauen. 56,5 Prozent pflegen derzeit, die übrigen schilderten frühere Pflegephasen, in denen sie zumindest zeitweise Single waren. Meist ging es um die Pflege der Eltern, im Schnitt dauerte sie 6,3 Jahre. Durchgeführt hat die Erhebung der Psychologe Guido F. Gebauer.

85 Prozent gaben an, für Dates oft nur sehr wenig Zeit zu haben, 77 Prozent fehlt die Kraft für eine aktive Suche. 84 Prozent würden ohne Pflegepflichten aktiver nach einer Partnerschaft suchen. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) hat Ablehnung oder Kontaktabbrüche wegen der Pflegesituation erlebt. Von einem Partner erwarten die Befragten vor allem Verständnis (94 Prozent) und emotionale Unterstützung (81 Prozent) – dass er die Pflege mitträgt, wünschen sich dagegen nur 5 Prozent. 77 Prozent bevorzugen eine Beziehung mit getrennten Wohnungen, 95 Prozent ist persönliche Freiheit wichtig.

Zur Einordnung: Die Umfrage ist nicht repräsentativ. Teilgenommen haben Mitglieder und Interessenten der Plattform, die selbst ein Matching für Pflegende anbietet; Gebauer räumt ein, Ziel sei ein Gesamtbild und keine exakten Prozentwerte. Die Ergebnisse hingen kaum von Alter, Geschlecht oder Bildung ab. Laut der Mitteilung pflegen in Deutschland rund 10 Prozent der Erwachsenen Angehörige, in Österreich etwa 12 und in der Schweiz rund 8 Prozent.

Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.

Mehr aus dem Ressort

← Leben & Alltag