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Modell: Mehr Schnee und Wolken könnten Ostantarktis-Eis vor dem Abschmelzen bremsen

Laut einer Simulation in Nature Climate Change bleibt der Ostantarktische Eisschild selbst bei mehr als 10 Grad Erwärmung weitgehend stabil – anders als die Westantarktis und Grönland.

Symbolbild: Satellitenbild des Amery-Schelfeises in der Ostantarktis (Oktober 2021)

Symbolbild · Foto: MODIS Land Rapid Response Team, NASA GSFC / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)

Forschende des Zentrums für Klimaphysik des koreanischen Institute for Basic Science (IBS) an der Pusan National University in Busan haben mit einem Computermodell berechnet, wie Eisschilde auf eine langfristige Erwärmung reagieren. Die Studie von Erstautorin Yun Kyung-Sook und Zentrumsdirektor Axel Timmermann erschien am 30. Oktober in Nature Climate Change. Neu ist, dass sich Klima und Eisschilde im Modell über 100.000 Jahre gemeinsam entwickeln, statt Atmosphäre und Ozean von außen vorzugeben.

Den Simulationen zufolge verliert die Westantarktis bei einer dauerhaften Erwärmung von mehr als etwa 2 Grad gegenüber vorindustriellem Niveau große Eismengen, Grönland verschwindet oberhalb von etwa 6 Grad vollständig. Die Ostantarktis bleibt selbst bei mehr als 10 Grad vergleichsweise stabil: Wärmere Luft transportiert mehr Feuchtigkeit, die im Landesinneren als Schnee fällt, und mehr Wolken verringern Sonneneinstrahlung und Schmelze. Bei der stärksten Erwärmung verliert der gesamte antarktische Eisschild im vollständigen Modell rund 20 Prozent seines Volumens, ohne diese Atmosphären-Effekte rund 70 Prozent. Unsicherheitsbereiche nennt die Mitteilung nicht.

Wichtig: Es handelt sich um Modellrechnungen, nicht um Messungen. Die Autoren verweisen selbst auf die grobe räumliche Auflösung und darauf, dass Vorgänge unter Schelfeisen und an einzelnen Gletschern nicht abgebildet werden; Teile der Ostantarktis ziehen sich bereits zurück. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die langfristige Zukunft eines Eisschilds nicht allein aus der Temperatur verstanden werden kann“, sagt Yun Kyung-Sook.

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