Analyse: Chinas Clean-Tech-Exporte sparen so viel CO2, wie Brasilien ausstößt
Laut dem Forschungsinstitut CREA vermeiden Solarmodule, Windräder, E-Autos und Batterien aus China 2026 außerhalb des Landes rund 450 Millionen Tonnen CO2 – eine Schätzung mit einigen Unbekannten.

Symbolbild · Foto: Antti Lipponen / Wikimedia Commons, CC BY 2.0 (zugeschnitten und skaliert)
Chinas Exporte sauberer Technologien senken die CO2-Emissionen im Rest der Welt in diesem Jahr um rund 450 Millionen Tonnen. Das hat das Centre for Research on Energy and Clean Air (CREA) mit Sitz in Finnland berechnet; Chefanalyst Lauri Myllyvirta veröffentlichte die Analyse am 29. Oktober bei Carbon Brief. Das entspricht etwa den jährlichen fossilen Emissionen Brasiliens und knapp 2 Prozent der weltweiten Emissionen außerhalb Chinas. 2025 lag der Wert bei rund 370 Millionen Tonnen.
Über die gesamte Lebensdauer der 2026 exportierten Anlagen rechnet CREA mit rund 8,4 Milliarden Tonnen vermiedenem CO2 – so viel, wie die USA und Indien zusammen in einem Jahr ausstoßen. In den ersten drei Quartalen stiegen die Ausfuhren von E-Autos und schweren E-Fahrzeugen um 61 Prozent, von Windturbinen um 45, von Batterien um 39 und von Solarmodulen um 22 Prozent. Rund 76 Prozent der über die Lebensdauer vermiedenen Emissionen entfallen auf den Globalen Süden. Die Emissionen der Herstellung in China sind laut Analyse nach etwa sechs Monaten ausgeglichen.
Es handelt sich um eine Schätzung, nicht um eine Messung und nicht um eine begutachtete Studie. Das vierte Quartal ist aus den ersten drei hochgerechnet; das Ergebnis hängt von Annahmen über Lebensdauer der Anlagen, CO2-Intensität der Stromnetze und bei E-Zweirädern davon ab, wie viele Autofahrten sie tatsächlich ersetzen – laut Autor eine zentrale Unsicherheit. Die Analyse erscheint vor der Weltklimakonferenz COP31 im November in der Türkei.
