Lack, der seine Kratzer selbst repariert? Max-Planck-Video zu selbstheilenden Schichten
Das Max-Planck-Institut für Nachhaltige Materialien in Düsseldorf geht in einem neuen Video der Frage nach, ob Beschichtungen Schäden selbst heilen können. Dahinter steht Forschung zu Korrosionsschutz auf Abruf.
Grafik: TERRA WORLD NEWS (eigene Darstellung nach den genannten Quellen)
Video: YouTube · Max Planck Institute for Sustainable Materials · youtube.com
Kratzer im Lack sind mehr als ein Schönheitsfehler: An der beschädigten Stelle kann Metall zu rosten beginnen. Das Max-Planck-Institut für Nachhaltige Materialien in Düsseldorf hat in dieser Woche ein Video mit dem Titel „Self-Healing Coatings: Can Paint Repair Its Own Scratches?“ veröffentlicht – also der Frage, ob Lack seine eigenen Kratzer reparieren kann.
Die Korrosionsgruppe des Instituts arbeitet an sogenannten selbstheilenden Schutzschichten. Heutige aktive Korrosionsschutzlacke geben ihre Schutzstoffe nach Angaben des Instituts unkontrolliert ab, etwa bei hoher Luftfeuchtigkeit auch ohne Korrosion – das verkürzt die Wirkdauer und belastet die Umwelt. Selbstheilende Schichten sollen Reparaturstoffe dagegen sicher speichern und erst freisetzen, wenn tatsächlich Korrosion einsetzt.
Dafür werden winzige Kapseln in die Schicht eingebaut, etwa in galvanisch abgeschiedenes Zink oder in organische Lacke. Ausgelöst wird die Freisetzung elektrochemisch, zum Beispiel über Kapseln aus leitfähigen Polymeren, oder durch eine Änderung des pH-Werts. Das Institut kooperiert dabei mit dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz; ein Ziel ist, auch größere Schäden mit genug Wirkstoff zu versorgen.
