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Finger als Beine: ETH-Video zeigt Roboterhand, die allein krabbelt und Tasten drückt

Forschende aus Zürich haben einer handelsüblichen Roboterhand per KI-Training das Laufen beigebracht. Sie trägt Akku und Rechner selbst, überwindet 14 Untergründe und steht nach Stürzen wieder auf.

Beim Abspielen wird das Video von YouTube (Google) geladen.

Foto: NearEMPTiness / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Video: YouTube · ETH Zürich · youtube.com

Roboterhände hängen normalerweise an einem Arm. Das Soft Robotics Lab der ETH Zürich hat eine Hand gebaut, die sich selbstständig fortbewegt: Sie trägt ihr eigenes Gewicht, krabbelt auf den Fingerspitzen und greift mit denselben Fingern nach Dingen. Die Hochschule hat in dieser Woche ein Video veröffentlicht, das die Hand in Aktion zeigt. Die Studie dazu stammt von Amirhossein Kazemipour, Hehui Zheng und Robert Katzschmann.

Grundlage ist eine handelsübliche Roboterhand des Herstellers Wuji. Auf ihren Rücken setzte das Team einen rund 80 Gramm leichten „Rucksack“ mit einem Kleinstrechner Raspberry Pi Zero 2 W, einem Lagesensor und einem kleinen Akku – ohne Kabel wiegt die Hand knapp ein Kilogramm. Den Gang lernte sie per bestärkendem Lernen (Reinforcement Learning) in einer Simulation; ein neuronales Netz steuert sie anschließend 50-mal pro Sekunde. Übliche Belohnungsregeln für vierbeinige Laufroboter funktionierten nicht, weil die Finger unterschiedlich lang sind – die Forschenden entwickelten deshalb eigene.

In Tests krabbelte die Hand über 14 Untergründe, darunter Metallgitter, Kunstrasen und losen Kies, und richtete sich nach Stürzen selbst wieder auf. Sie drückte Pfeiltasten auf einer Tastatur dabei gelangen 29 von 32 Tastendrücken, um das Puzzlespiel Sokoban zu spielen. Denkbar seien Einsätze in engen Räumen wie beschädigten Gebäuden oder Rohrleitungen. Das automatische Ab- und Ankoppeln an einen Roboterkörper hat das Team nach eigenen Angaben noch nicht gezeigt.

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