Iran: Chamenei befiehlt Antwort „ohne geografische Grenzen“ bei neuem Angriff
Nach einem Treffen mit Kommandeuren fordert Irans oberster Führer maximale Abschreckung. Zugleich verhandeln Katars Vermittler weiter in Teheran – drei Tage vor den US-Midterms.

Archivbild · Foto: Mostafa Tehrani / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Irans oberster Führer Mojtaba Chamenei hat die Streitkräfte nach Angaben seines Büros angewiesen, auf jeden neuen Angriff sofort und wirksam zu reagieren – „ohne geografische Beschränkung“. Ziel sei „maximale Abschreckung“. Iranischen Medien zufolge ordnete er auch an, die Zielliste um alle erreichbaren Einrichtungen der USA und Israels zu erweitern. Chamenei ist seit seiner Amtsübernahme im März nicht öffentlich aufgetreten.
Die Warnung fällt in eine Phase intensiver Vermittlung: Katarische Diplomaten führten am Freitag in Teheran ausführliche Gespräche, weitere waren für Samstag geplant. Dabei soll es auch um einen Brief von US-Vizepräsident JD Vance gegangen sein. Präsident Donald Trump bestritt, neue Friedensgespräche angeordnet zu haben. Berichten zufolge ließ er sich vom Chef des US-Zentralkommandos, Admiral Brad Cooper, über militärische Optionen unterrichten.
Außenminister Abbas Araghtschi schrieb auf X: „Red lines are a thing of the past“ (Rote Linien gehören der Vergangenheit an). Mehrere iranische Abgeordnete fordern inzwischen den Austritt aus dem Atomwaffensperrvertrag; die Regierung hat darauf noch nicht reagiert. US-Senator Chris Murphy, der über einen Kriegsplan unterrichtet wurde, nannte ihn „insane“ (wahnsinnig).
