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Zählt der Flirt mit der KI? Viele junge Erwachsene hatten schon intime Chatbot-Gespräche

In einer Umfrage eines KI-Begleiter-Anbieters gaben 26 Prozent von 1.500 jungen Erwachsenen an, schon romantische oder sexuelle Chats mit KI geführt zu haben. Ob das Untreue ist, sehen sie sehr unterschiedlich.

Eigene Titelgrafik der Redaktion: Intime Chats mit KI

Grafik: TERRA WORLD NEWS (eigene Darstellung nach den genannten Quellen)

Ob romantische oder sexuelle Gespräche mit einem Chatbot als Erfahrung mit einem Partner zählen, wird unter jungen Erwachsenen inzwischen offen diskutiert. Das Magazin VICE berichtete am 27. Oktober über eine Umfrage des Unternehmens Joi AI, das selbst KI-Begleiter anbietet, unter 1.500 volljährigen Angehörigen der Generation Z. Demnach hatten 26 Prozent schon ein romantisches oder sexuelles Gespräch mit einer KI geführt – 28 Prozent der Männer und 25 Prozent der Frauen, bei Männern zwischen 25 und 29 Jahren sogar 31 Prozent. Von denen, die bereits mit einem Chatbot intime Nachrichten ausgetauscht hatten, fanden 16 Prozent, dass dieser als Sexualpartner zählen sollte; unter den übrigen waren es nur 3 Prozent. Nur 5 Prozent der Erfahrenen meinten, so ein Erlebnis könne als „erstes Mal“ gelten.

Gespalten sind die Befragten bei der Frage nach Untreue: 36 Prozent der Frauen, aber nur 19 Prozent der Männer sagten, intime KI-Gespräche des Partners würden sie so sehr stören wie ein Seitensprung. Wer selbst keine Erfahrung damit hatte, sprach zu 45 Prozent von Fremdgehen, unter den Erfahrenen waren es 28 Prozent. Etwa ein Drittel der Erfahrenen fand, Partner sollten offenlegen, mit wie vielen KI-Begleitern sie zu tun hatten. Wichtig für die Einordnung: Die Umfrage stammt von einem Anbieter, der an KI-Begleitung verdient, und der Bericht nennt keine Angaben dazu, wie die Teilnehmenden ausgewählt wurden – die Zahlen sind daher nicht als repräsentativ zu verstehen.

Eine unabhängige Erhebung zeigt, dass KI im Gefühlsleben vieler Menschen bereits eine Rolle spielt: Für das Imagining the Digital Future Center der Elon University (USA) befragte YouGov im Mai 2026 4.268 erwachsene Internetnutzer in den USA. Rund 27 Prozent hatten bedeutsame emotionale oder soziale Interaktionen mit KI-Sprachmodellen. Von diesen Nutzern hatten 9 Prozent die KI schon einmal für sexuelle Chats oder Rollenspiele genutzt, und 38 Prozent fanden Ratschläge der KI zu Problemen in romantischen oder sexuellen Beziehungen sehr oder einigermaßen hilfreich. Zentrumsleiter Lee Rainie nannte solche Beziehungen „harbingers of a future in which many more people will likely have these kinds of relationships“ („Vorboten einer Zukunft, in der wohl viel mehr Menschen solche Beziehungen haben werden“).

Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.

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