Heirats-App Muzz wirbt in Mumbai mit frechen Plakaten um muslimische Singles
Die Londoner App Muzz startet in Mumbai ihre erste Plakatkampagne. Die Sprüche spielen mit Bollywood und der Konkurrenz – und richten sich an Musliminnen und Muslime, die heiraten wollen.

Symbolbild · Foto: DesiBoy101 / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Die Partnersuch-App Muzz hat in Mumbai ihre erste Plakatkampagne gestartet, wie das Fachportal Global Dating Insights und die Nachrichtenseite ThePrint am 30. Oktober berichteten. Muzz wurde 2015 von Shahzad Younas in London als Muzmatch gegründet, 2022 umbenannt und versteht sich als Heirats-App für Musliminnen und Muslime; nach eigenen Angaben hat sie weltweit rund 20 Millionen Mitglieder. Die Kampagne kommt knapp 18 Monate, nachdem das Unternehmen seine Aktivitäten in Indien ausgebaut hat; begleitend läuft eine Social-Media-Kampagne im ganzen Land. 2023 hatte Muzz mehr als 230.000 Nutzer in Indien gemeldet.
Die Motive setzen auf Witz und Provokation. An einer Bushaltestelle steht in großen Buchstaben „Women go back to the kitchen“ – darunter kleiner: „Don't marry someone who says that“ („Heirate niemanden, der so etwas sagt“). Ein anderes Plakat spielt auf die Konkurrenz an: „Stop bumbling around, you've hinged enough“, verbunden mit dem Aufruf, „auf halal Weise“ zu heiraten. Ein weiterer Spruch auf Hinglisch nimmt Bollywood-Star Salman Khan aufs Korn: Single zu bleiben stehe „Salman Bhai“, aber nicht dir. Gründer Younas erklärte laut MediaNews4U: „The journey to finding a life partner can come with a lot of expectations, opinions and, sometimes, pressure.“ („Der Weg zum Lebenspartner kann mit vielen Erwartungen, Meinungen und manchmal Druck verbunden sein.“)
Muzz positioniert sich als ehe-orientierte Alternative zu gängigen Dating-Apps und will laut ThePrint die traditionelle, oft von Familien vermittelte Partnersuche („Rishta“) moderner gestalten. Die App bietet unter anderem Filter nach Glaubensrichtung und religiösen Vorlieben, Optionen zum Verbergen von Fotos, Sprach- und Videoanrufe sowie die Möglichkeit, einen Wali – einen Vormund oder Vertrauten aus der Familie – in Gespräche einzubinden. In Mumbai hatte Muzz zuvor bereits einen Single-Abend veranstaltet, bei dem sich die Teilnehmenden per QR-Code in der App statt per Telefonnummer vernetzten.
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