Kanada: Rate der Syphilis-Fälle hat sich in zehn Jahren mehr als vervierfacht
Der neue Gesundheitsbericht von Kanadas oberster Amtsärztin zeigt steigende Zahlen bei Syphilis, Tripper und Chlamydien. Besonders alarmierend: Deutlich mehr Babys kommen mit Syphilis zur Welt.

Grafik: TERRA WORLD NEWS (eigene Darstellung nach den genannten Quellen)
Sexuell übertragbare Infektionen nehmen in Kanada deutlich zu. Das geht aus dem Ende Oktober veröffentlichten Bericht „The State of Public Health in Canada 2026“ der obersten Amtsärztin des Landes, Dr. Joss Reimer, hervor. Die Rate der ansteckenden Syphilis stieg demnach von 6,8 Fällen je 100.000 Einwohner im Jahr 2014 auf 30,5 im Jahr 2023 – mehr als das Vierfache; der Höchstwert lag 2022 bei 36,5. Die angeborene Syphilis, die zu Totgeburten und zum Tod von Säuglingen führen kann, verdreifachte sich zwischen 2018 und 2023 von 4,5 auf 14,5 Fälle je 100.000 Lebendgeburten. 2023 gingen die gemeldeten Syphilis-Fälle zwar zurück, laut Bericht sind aber mehr Daten nötig, um zu beurteilen, ob sich dieser Trend fortsetzt.
Chlamydien sind weiterhin die am häufigsten gemeldete sexuell übertragbare Infektion; 2023 lag die Rate bei rund 323 Fällen je 100.000 Einwohner. In den Jahren 2020 und 2021 waren die Meldungen gesunken, vermutlich weil wegen der Corona-Pandemie weniger getestet wurde – inzwischen steigen sie wieder. Die Rate bei Gonorrhö (Tripper) war 2023 mit knapp 105 je 100.000 rund dreimal so hoch wie 2010 (33,5). Zudem werden mehr Erreger gefunden, die gegen eines oder mehrere Behandlungsmittel resistent sind. Die HIV-Neudiagnosen stiegen von 2021 bis 2023 jedes Jahr und gingen 2024 leicht zurück; die Raten von 2023 und 2024 waren die höchsten seit einem Jahrzehnt.
Dr. Fareen Karachiwalla, Amtsärztin der Region York in der Provinz Ontario, sagte dem Sender CTV News zu den Fällen bei Neugeborenen: „Seeing babies born with it, which is, definitely alarming (means) we're missing something in pregnancy“ („Dass Babys damit geboren werden, ist definitiv alarmierend und bedeutet, dass uns in der Schwangerschaft etwas entgeht“). Sie verwies auch auf Scham beim Thema Übertragungswege und betonte: „Testing closer to community is very critical for helping reduce the spread“ („Tests näher an den Menschen sind entscheidend, um die Ausbreitung zu verringern“).
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