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Seltene Waffenruhe hält: Erste Bewohner verlassen das russisch besetzte Oleschky

Unter einer von den USA vermittelten lokalen Feuerpause sind Busse und Hilfsgüter in der ukrainischen Stadt am Dnipro angekommen. Für Evakuierte beginnt ein weiter Umweg über Russland und Belarus.

Blick über Oleschky im Gebiet Cherson (Archivbild)

Archivbild · Foto: :Dima / Wikimedia Commons, CC BY 3.0 (zugeschnitten und skaliert)

In der russisch besetzten Stadt Oleschky im südukrainischen Gebiet Cherson haben am Freitag die ersten Bewohner ihre Heimat unter dem Schutz einer örtlich begrenzten Waffenruhe verlassen. Ein Konvoi aus 25 Bussen und mehreren Krankenwagen brachte Lebensmittel und Medikamente in die Stadt, wie Euronews unter Berufung auf AP berichtete. Wer gehen wollte, hatte dafür bis 14 Uhr Ortszeit Zeit, danach sollte die Verteilung der Hilfsgüter beginnen. Wie viele Menschen ausreisten, ist nicht bekannt. Russland und die Ukraine erklärten in gleichlautenden Mitteilungen: „Jeder, der Oleschky verlassen möchte, wird die Möglichkeit haben, dies sicher zu tun.“

Das ukrainisch kontrollierte Ufer des Dnipro liegt nur wenige Kilometer entfernt, doch die Evakuierten müssen Hunderte Kilometer durch Russland und Belarus zurücklegen. Nach Angaben des ukrainischen Unterhändlers David Arachamija brach die Gruppe zunächst in die russische Stadt Anapa auf, von dort soll es per Flugzeug nach Belarus und mit Bussen in die Ukraine gehen. Die russische Menschenrechtsbeauftragte Jana Lantratowa sprach dagegen von einem Konvoi auf russisches Gebiet. Bewohner fürchten nach Angaben von RFE/RL Verhöre und Kontrollen bei der Durchreise.

Die Feuerpause gilt seit Dienstag und soll bis Sonntagabend dauern; laut RFE/RL wurden bislang keine Verstöße gemeldet. Nach Angaben des Weißen Hauses hat First Lady Melania Trump sie vermittelt, der Vatikan verweist auf Telefonate des Papstes mit Putin und Selenskyj. Von einst rund 24.000 Einwohnern leben noch etwa 2.000 in der Stadt, meist ältere Menschen – ohne Strom, Heizung und fließendes Wasser. Andernorts gehen die Kämpfe weiter: Russland meldete mehr als 1.000 abgefangene Drohnen, die Ukraine russische Raketen- und Drohnenangriffe.

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