TV-Duell vor der Stichwahl: Jotowa und Gjurow streiten über Rolle des Präsidenten
Im einzigen TV-Duell vor der Stichwahl hat Gjurow das Präsidentenamt als ungenutztes Klavier beschrieben, Jotowa konterte: gut gestimmt. Streit gab es auch über die Unterstützung durch Parteien.

Archivbild · Foto: Bulgarian Presidency / Wikimedia Commons, CC BY 2.5 bg (zugeschnitten und skaliert)
Um 21 Uhr Ortszeit (20 Uhr MEZ) hat im Staatsfernsehen BNT die einzige landesweite Debatte zwischen Präsidentin Ilijana Jotowa und Ex-Interimspremier Andrej Gjurow begonnen, moderiert von Poli Slatarewa. Gjurow verglich das Präsidentenamt mit einem Klavier im Wohnzimmer, um das die Menschen herumgingen, auf dem aber niemand spiele. Der Präsident müsse ein Gegengewicht sein, wenn eine Partei Parlamentsmehrheit und Regierung kontrolliere. Jotowa griff das Bild auf: Seit 2017 sei das Amt „ein sehr gut gestimmtes Klavier“, das die Melodien spiele, die die Menschen erwarteten.
Jotowa nannte als Unterstützer unter anderem Progressives Bulgarien, die BSP, die WMRO und die NDSW. Einige von Gjurows Unterstützern hätten offizielle Rückendeckung der DPS–Neuer Anfang gesucht. Gjurow wies das zurück: Man habe „nie Unterstützung von Parteizentralen gesucht“. In seinem Komitee säßen keine Parteipolitiker und auch keine Vertreter der früheren Staatssicherheit, sagte er mit Blick auf Jotowas Lager.
Gjurow führte die niedrige Wahlbeteiligung auf einen Wahlkampf zurück, der mit Krieg und erfundenen Feinden Angst gemacht habe; Bulgarien könne und verdiene „viel mehr“. Beide riefen zur Teilnahme an der Stichwahl am Sonntag auf. In der ersten Runde lag Jotowa mit 34,76 Prozent vor Gjurow mit 31,95 Prozent.
