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Barmer-Report: Notaufnahmen am Limit – Kasse fordert Pflicht zur Telefon-Ersteinschätzung

Ambulante Notfälle in Kliniken stiegen in zehn Jahren im Schnitt um 8,7 Prozent, in jeder zehnten Klinik haben sie sich mehr als verdoppelt. Die Barmer hält die Notfallreform für zu unverbindlich.

Die Notaufnahmen deutscher Krankenhäuser geraten laut einer Auswertung der Krankenkasse Barmer zunehmend unter Druck. Nach dem am Dienstag in Berlin vorgestellten Krankenhausreport 2026 stieg die Zahl ambulanter Notfallbehandlungen pro Klinik binnen zehn Jahren im Schnitt um 8,7 Prozent. In jedem zehnten Krankenhaus haben sich die Fälle seit 2015 mehr als verdoppelt. Insgesamt wuchs die Zahl von 12,3 Millionen im Jahr 2015 auf 12,7 Millionen 2024, während die Zahl der Notfallkliniken von 1.614 auf 1.536 sank.

Die Entwicklung verläuft sehr ungleich: In zwei von fünf Kliniken stiegen die Fallzahlen um 39 Prozent, in zwei weiteren von fünf sanken sie um 26 Prozent. In Baden-Württemberg wurden 2024 je Einwohner 50 Prozent mehr ambulante Notfälle behandelt als im Bundesschnitt, in Thüringen knapp 22 Prozent weniger. In Berlin gingen die Fälle seit 2015 um 14,6 Prozent zurück. Studienautor Daniel Grandt nennt die Unterschiede „weder demographisch noch medizinisch erklärbar“.

Barmer-Chef Christoph Straub warnte: „Die Überlastung der Notaufnahmen durch nicht dringliche Notfälle gefährdet die Patientenversorgung.“ Er verlangt eine verpflichtende telefonische Ersteinschätzung mit verbindlicher Steuerung der Patienten. Die vom Bund beschlossene Notfallreform sehe diese zwar vor, schreibe sie aber nicht vor. Grandt fordert zudem eine Aufklärungskampagne für Patientinnen und Patienten. Grundlage des Reports sind Daten von rund 8,5 Millionen Versicherten.

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