Dritter Anlauf gegen Comey: US-Justiz wirft Ex-FBI-Chef Weitergabe geheimer Daten vor
Das Justizministerium hat zum dritten Mal binnen 13 Monaten Anklage gegen James Comey erhoben. Es geht um einen Zeitungsbericht von 2016. Comey beteuert seine Unschuld.

Archivbild · Foto: Federal Bureau of Investigation / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Das US-Justizministerium hat den früheren FBI-Direktor James Comey zum dritten Mal binnen 13 Monaten angeklagt. Die Anklageschrift wurde Anfang Oktober unter Verschluss beim Bundesgericht in Washington eingereicht und am Montag öffentlich gemacht. Laut Axios lauten die zwei Anklagepunkte auf Weitergabe von Informationen zur nationalen Verteidigung sowie Verschwörung dazu. Die Staatsanwaltschaft wirft Comey vor, im Oktober 2016 als FBI-Chef über Mitarbeiter geheime Informationen an die „New York Times“ gelangen lassen zu haben. Hintergrund war ein Reuters-Bericht über die Zusammenarbeit von Yahoo mit US-Überwachungsbehörden. Die Entsiegelung ordnete Bundesrichter Trevor McFadden an.
Comey weist die Vorwürfe zurück. „Ich bin immer noch unschuldig. Ich habe immer noch keine Angst vor diesen Leuten“, sagte er in einem Video. Sein Anwalt Patrick Fitzgerald erklärte, zwei Ermittlerteams hätten den Fall schon in Trumps erster Amtszeit geprüft und keine Anklage erhoben. Die Verteidigung hält die Tat zudem für verjährt, weil die Frist von zehn Jahren abgelaufen sei, und hat die Einstellung beantragt. Laut TIME wurde die Anklage als „criminal information“ eingereicht – ohne Zustimmung einer Grand Jury. Das Ministerium sprach von „laufenden Ermittlungen“ und äußerte sich nicht weiter.
Ein erstes Verfahren wegen angeblicher Falschaussagen vor dem Kongress war im November 2025 eingestellt worden, weil die Anklägerin Lindsey Halligan laut Gericht unrechtmäßig ernannt war. Ein zweites Verfahren wegen eines Instagram-Fotos mit Muscheln in der Form „86 47“, das die Anklage als Drohung gegen Trump wertet, soll im Februar 2027 in North Carolina verhandelt werden. Comey nennt das Foto eine politische Botschaft. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung. Am Montag entschied zudem ein Bundesrichter, dass Comeys Tochter Maurene rechtswidrig als Staatsanwältin in Manhattan entlassen wurde; das Ministerium will laut Berichten Berufung einlegen.
