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Westjordanland: Mutmaßliche Siedler schlagen US-Fotografin der Washington Post

Bei einem Angriff maskierter Männer auf Olivenbauern nahe Ramallah wurden eine US-Fotojournalistin und mehrere Palästinenser verletzt. Netanjahu kündigt Konsequenzen an, bezweifelt aber Teile der Darstellung.

Symbolbild: Olivenernte im Westjordanland

Symbolbild · Foto: Orrling / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)

Im besetzten Westjordanland ist am Freitag eine US-amerikanische Fotojournalistin, die für die Washington Post arbeitet, bei einem Angriff auf palästinensische Olivenbauern verletzt worden. Nach Angaben von Augenzeugen und Videoaufnahmen griffen Dutzende maskierte Männer – mutmaßlich israelische Siedler – im Dorf Abu Falah nordöstlich von Ramallah Erntehelfer an, warfen Steine und legten Feuer an Olivenbäumen. Die Journalistin wurde zu Boden gestoßen, geschlagen und getreten; ihre Kameras wurden ihr abgenommen. Sie wurde in einem Krankenhaus in Ramallah behandelt und ist nach Medienberichten in stabilem Zustand. Sie selbst sagte, Schutzweste und Helm hätten sie vor Schlimmerem bewahrt.

Nach Angaben der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa und des Roten Halbmonds wurden in Abu Falah und den Nachbarorten Burqa und Turmus Aya mehrere Palästinenser verletzt, ein Mann durch einen Schuss in den Oberschenkel. Die israelische Armee erklärte, Soldaten hätten eine „gewaltsame Konfrontation“ aufgelöst und auf einen Verdächtigen geschossen, der mit einem spitzen Gegenstand auf sie zugelaufen sei. Die Polizei leitete Ermittlungen ein. Washington-Post-Chefredakteur Matt Murray zeigte sich empört über den „ungerechtfertigten Angriff“ und forderte eine gründliche Untersuchung. Die Journalistin trug eine Schutzweste mit der Aufschrift „PRESS“.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, die Fakten seien noch unklar und würden untersucht; die Verantwortlichen würden zur Rechenschaft gezogen. Der Siedler-Regionalrat Binjamin sprach dagegen von einer „geplanten Provokation“. Die israelische Menschenrechtsgruppe Yesh Din hat nach Angaben der Agentur Reuters seit dem 27. September mindestens 170 Übergriffe von Siedlern während der Olivenernte registriert.

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