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Pille danach in der Apotheke: England zählt über 500.000 kostenlose Beratungen

Seit einem Jahr gibt es die Notfallverhütung in Englands Apotheken gratis und ohne Arzttermin. Laut NHS England erreicht das Angebot vor allem Frauen in ärmeren Gegenden – Zahlen dazu fehlen bislang.

Eine Gemeinde-Apotheke in Pilning, England (Symbolbild)

Symbolbild · Foto: Neil Owen / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0 (zugeschnitten und skaliert)

Wer in England die „Pille danach“ braucht, muss seit Oktober 2025 weder einen Hausarzttermin noch eine Klinik für sexuelle Gesundheit aufsuchen: Apotheken geben die Notfallverhütung im Rahmen des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS nach einem vertraulichen Gespräch mit einer Apothekerin oder geschultem Personal kostenlos und noch am selben Tag ab. Seitdem haben Apotheken rund 530.000 solcher Beratungen geführt, sagte Kirsty Armstrong, bei NHS England für die klinische Strategie der Apotheken zuständig, am 11. Oktober auf der Fachmesse Pharmacy Show in Birmingham; das Fachblatt The Pharmaceutical Journal berichtete am 14. Oktober. In den ersten fünf Monaten bis März 2026 waren es nach Angaben von NHS England knapp 305.000 abgegebene Dosen.

Die Notfallverhütung ist Teil eines Apotheken-Verhütungsdienstes, der im April 2023 mit Folgerezepten für die Pille begann und seit Dezember 2023 auch den Einstieg in die Pille ermöglicht. Bis März 2026 boten 9.958 von 10.398 Apotheken in England (95,8 Prozent) orale Verhütung an. Armstrong sagte, die Abgabe wirke sich positiv auf gesundheitliche Ungleichheit aus: Je benachteiligter ein Postleitzahlgebiet, desto mehr Notfallverhütung werde dort abgegeben. Bereits im Juli hatte Sue Mann, nationale klinische Direktorin für Frauengesundheit beim NHS, eine besondere Wirkung in ärmeren Gemeinden gesehen – das Angebot bedeute keinen Termin, kein Warten und kein Urteil.

Konkrete Zahlen zum Zusammenhang mit Armut enthält der Bericht nicht, eine unabhängige Auswertung wird darin nicht erwähnt. Geplant ist, das Angebot auszuweiten: Sobald Apotheker ab Herbst 2026 selbst verschreiben dürfen, sollen etwa Vaginalringe, Pflaster und Dreimonatsspritzen hinzukommen. Auch in Schottland und Wales gibt es die Notfallverhütung über den NHS; zudem ist sie in Apotheken frei verkäuflich. Das britische College of Sexual and Reproductive Healthcare forderte am 1. Juli 2026, die Pille danach auch außerhalb von Apotheken im Handel verkaufen zu dürfen.

Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.

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