Roboter mit verbundenen Augen: Rhoda AI lässt seinen Greifarm nach Gefühl suchen
Das kalifornische Start-up kombiniert einen neuen Tastsensor mit seinem Video-KI-Modell. Ohne Kamerabild fand der Roboter in einer Kiste die gesuchten Bälle.
Foto: XELA Robotics / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Video: YouTube · Rhoda AI · youtube.com
Das Robotik-Start-up Rhoda AI aus Palo Alto hat einem Roboter Tastsinn beigebracht. In einem am 13. Oktober vorgestellten Versuch waren Kopf- und Handgelenkkameras abgedeckt; der Roboter musste in einer Kiste die Bälle mit strukturierter Oberfläche allein durch Berührung finden. Nach Firmenangaben holte er alle drei strukturierten Bälle heraus – darunter zwei, die er im Training nie gesehen hatte und die sich in Größe, Härte und Muster unterschieden.
Technisch erweitert Rhoda sein „Direct Video-Action“-Modell: Es sagt nicht mehr nur künftige Kamerabilder voraus, sondern auch künftige Tastsignale. Ein zweites Modell übersetzt diese Vorhersagen in Bewegungen, frische Sensordaten fließen laufend ein. Der Sensor misst laut Rhoda Kräfte von wenigen Millinewton bis über 40 Newton und erfasst Vibrationen mit rund 500 Hertz – selbst die Berührung einer Feder registrierte er.
Das Video zeigt auch Fehlgriffe und ein erneutes Abtasten der Kiste, Teile laufen stark beschleunigt. Eine Erfolgsquote über viele Durchgänge nennt die Firma nicht. Rhoda AI war im März mit 1,7 Milliarden Dollar bewertet worden.
