Berlin --:--Freitag, 16. Oktober 2026
LIVE
Leben & AlltagNACHRICHTENFAKTENKONTEXT
Liebe & Beziehung ·

Partnerwahl: Der Beruf verrät kaum, was sich Menschen vom Partner wünschen

Ob jemand mit Menschen, Technik oder abstrakten Dingen arbeitet, sagt laut einer Studie mit fast 2000 Erwachsenen aus sieben Ländern wenig über Partnerwünsche. Geschlecht und Beziehungsart zählen mehr.

Zwei Menschen halten sich an den Händen, Gesichter nicht zu sehen (Symbolbild)

Symbolbild · Foto: freestocks.org / Wikimedia Commons, CC0 (zugeschnitten und skaliert)

Krankenpflegerin, Ingenieur, Programmiererin: Verrät die Branche, in der jemand arbeitet, etwas darüber, wen er sich als Partner wünscht? Kaum, legt eine Studie der Psychologen Peter K. Jonason (Vizja University) und Dritjon Gruda (Católica Porto Business School, Maynooth University) nahe, die im Fachjournal „Personality and Individual Differences“ erschienen ist; das Fachportal PsyPost berichtete am 15. Oktober. Befragt wurden über die Plattform Prolific 1.974 Erwachsene aus sieben westlichen Industrieländern, darunter die USA, Deutschland und Südafrika. Je nach aktueller Branche ordnete das Team sie Berufen mit Menschen (746), mit Dingen und Technik (289) oder mit abstrakten Inhalten (710) zu. In einem Wahlverfahren mussten sie sich jeweils zwischen zwei von fünf Eigenschaften entscheiden – Aussehen, Mitgefühl, Kompetenz, Passung und Charakter –, einmal für eine kurze Affäre, einmal für eine feste Beziehung.

Die Unterschiede zwischen den Berufsgruppen waren fast durchweg so klein, dass sie statistisch als vernachlässigbar galten. Wer mit Technik arbeitet, wählte zwar etwas häufiger das Aussehen – rund zwei Drittel dieses Abstands verschwanden aber, sobald das Geschlecht berücksichtigt wurde. Deutlich mehr zählten Geschlecht und Art der Beziehung: Bei einer festen Partnerschaft entschieden sich Männer im Schnitt öfter für das Aussehen (1,13 gegenüber 0,60 Wahlen bei Frauen), Frauen öfter für Mitgefühl (2,51 gegenüber 2,08). Für eine kurze Affäre stieg die Bedeutung des Aussehens von 0,85 auf 2,33 Wahlen (Skala 0 bis 4). Das Herkunftsland erklärte beim Mitgefühl etwa fünfmal so viel wie der Beruf. „Ihr Beruf sagt sehr wenig darüber aus, was Sie sich von einem Partner wünschen“, fasste Gruda gegenüber PsyPost zusammen.

Die Autoren nennen selbst Grenzen: Erfasst wurde die Branche, nicht die tatsächlichen beruflichen Interessen – eine Pflegekraft und ein Datenanalyst können beide im Gesundheitswesen arbeiten. Die Studie ist eine Momentaufnahme ohne Aussage über Ursachen, umfasst nur westliche Länder und schloss nicht heterosexuelle und nicht binäre Teilnehmende wegen zu kleiner Gruppen aus. Ein einzelner Zusammenhang – Männer in sozialen Berufen wählten bei festen Beziehungen öfter Mitgefühl – hielt der Korrektur für viele Tests nicht stand. Der nicht beteiligte Psychologe Toivo Aavik von der Universität Tartu sagte, eine große Stichprobe könne ein indirektes Maß für den zentralen Begriff nicht vollständig ausgleichen. Angaben zur Finanzierung enthält der PsyPost-Bericht nicht.

Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.

Mehr aus dem Ressort

← Leben & Alltag