Taiwan will Schmuggel von KI-Chips nach China zur Straftat machen
Taipeh setzt KI-Server und moderne Halbleiter auf die Liste kontrollierter Güter. Wer sie ohne Genehmigung nach China liefert, soll sich künftig strafbar machen.

Archivbild · Foto: 經濟部 / Wikimedia Commons, Attribution (zugeschnitten und skaliert)
Taiwan will die Ausfuhr hochmoderner KI-Chips und KI-Server nach China deutlich strenger kontrollieren. Wirtschaftsminister Kung Ming-hsin bestätigte der Nachrichtenagentur Bloomberg, dass beide Produktgruppen auf die Liste kontrollierter Güter kommen sollen. Nicht genehmigte Lieferungen nach China würden damit nach dem Außenhandelsgesetz zur Straftat. Einen Zeitplan nannte Kung nicht.
Bislang gibt es in Taiwan keine direkte Strafvorschrift für den ungenehmigten Export solcher Chips nach China; Staatsanwälte müssen auf andere Gesetze ausweichen. Die Maßnahmen sollen nach Kungs Worten denen der USA entsprechen und stützen sich auf das in diesem Jahr geschlossene Handelsabkommen mit Washington. Laut Berichten wird zudem geprüft, die Kontrollen über gelistete Firmen wie Huawei und SMIC hinaus auf alle betroffenen Kunden in China auszuweiten.
Hintergrund sind Fälle mutmaßlichen Chip-Schmuggels: Nach Bloomberg-Angaben gelangten Nvidia-Prozessoren trotz US-Beschränkungen über Netzwerke in Südostasien an chinesische Käufer. In einem Verfahren der US-Justiz geht es um Nvidia-Chips im Wert von mindestens 2,5 Milliarden Dollar, die mutmaßlich nach China geschmuggelt wurden.
Quellen
- Bloomberg, Taiwan to Curb AI Chip Exports to China as Part of US Trade Deal, 16.10.2026
- BigGo Finance, Kung Ming-hsin Confirms: Criminal Liability for Illegal AI Chip Exports to China; Taiwan Plans to Expand Export Controls, 16.10.2026
- Stocktwits/Yahoo Finance, Amid TSMC-Terafab Talks, Taiwan Said To Be Mulling Greater Curbs On AI Chip Sales To China, 16.10.2026
