Trump: „Kein großer Fan von Selenskyj“ – Kiew greift wieder Raffinerien an
Selenskyj hebt die Pause für Angriffe auf russische Ölraffinerien auf, Trump teilt im Fernsehen gegen ihn aus. Russlands Außenminister Lawrow schließt in Baku eine Waffenruhe aus.

Archivbild · Foto: Пресс-служба Госдумы РФ / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Beschränkungen für Angriffe auf russische Ölraffinerien aufgehoben. „Die Sperre ist aufgehoben. Wir sind fertig“, sagte er der „Financial Times“. Kiew hatte nach Trumps einseitig verkündeter „Energie-Waffenruhe“ vom 11. Oktober drei Tage lang auf solche Angriffe verzichtet, Russland griff das ukrainische Stromnetz jedoch weiter an. Einem Stopp der Angriffe auf russische Energieanlagen könne die Ukraine nur zustimmen, wenn sie mehr Patriot-Abfangraketen erhalte – das sei das „Minimum“, so Selenskyj.
US-Präsident Donald Trump reagierte im Sender Newsmax mit scharfer Kritik. „Er sagt, er will sich einigen, aber das will er nicht. Ich bin kein großer Fan von Selenskyj“, sagte Trump am Donnerstag. Mit Selenskyj hätten es die USA mit „keinem guten Typen“ zu tun. Trump macht die ukrainischen Raffinerie-Angriffe für steigende Treibstoffpreise verantwortlich, was Fachleute bestreiten. Selenskyj hatte zuvor gesagt, Trumps Berater lägen falsch; auf die neuen Äußerungen reagierte er zunächst nicht.
Der russische Außenminister Sergej Lawrow erteilte einer Feuerpause eine Absage. Nach dem Gipfel der Konferenz für Zusammenarbeit und Vertrauensbildung in Asien (CICA) in Baku sagte er laut Interfax, es werde keine Waffenruhe geben, die eine Wiederaufrüstung Kiews erlaube. Die Ziele Moskaus hätten sich nicht geändert. Selenskyjs Widerstand gegen den Diesel-Deal zwischen Washington und Moskau nannte Lawrow „eine direkte Herausforderung für Präsident Trump“.
