Neptun-Raketen treffen russische Bomber – Kiews Patriot-Vorrat fast leer
Die Ukraine hat nach eigenen Angaben auf einem Flugplatz bei Woronesch sechs Su-34-Bomber getroffen. Zugleich gehen Kiew laut Medienberichten die Patriot-Abfangraketen aus.

Symbolbild · Foto: Alex Beltyukov / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj auf dem russischen Militärflugplatz Borissoglebsk sechs Kampfbomber vom Typ Su-34M getroffen. Vier seien zerstört, zwei beschädigt worden. Der Flugplatz in der Region Woronesch liegt rund 370 Kilometer von der Front entfernt. Die ukrainische Marine erklärte, eingesetzt worden sei das Küstenraketensystem Neptun. Die Maschinen seien mit Fliegerbomben bestückt und für neue Angriffe bereit gewesen, schrieb Selenskyj auf Telegram. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben zunächst nicht.
Woroneschs Gouverneur Alexander Gussew hatte in der Nacht mehrfach vor Drohnenangriffen gewarnt, Anwohner filmten Explosionen und ein großes Feuer. Die Neptun ist ein ukrainischer Marschflugkörper, mit dem 2022 das russische Schwarzmeer-Flaggschiff „Moskwa“ versenkt wurde. „Russland zieht den Krieg in die Länge, deshalb werden unsere Langstreckenoperationen weitergehen“, so Selenskyj.
Gleichzeitig wird die Flugabwehr der Ukraine knapp. Die „Washington Post“ berichtete unter Berufung auf einen ukrainischen Beamten, es seien nur noch „ein paar“ Patriot-Raketen übrig; zehn am 7. Oktober gelieferte Abfangraketen seien bei russischen Angriffen auf Kiew verbraucht worden. CNN meldete unter Berufung auf eine informierte Quelle, der Vorrat sei vollständig erschöpft. Bei dem Angriff mit 39 ballistischen Raketen auf Kiew in der Nacht zum 14. Oktober wurden drei Frauen getötet und 25 Menschen verletzt.
