Tschernobyl: G7 geben 260 Millionen Euro für beschädigte Schutzhülle
Die sieben großen Industriestaaten finanzieren die Reparatur der Schutzhülle über dem Unglücksreaktor. Eine russische Drohne hatte sie im Februar 2025 schwer beschädigt.

Archivbild · Foto: Cls14 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Die G7-Staaten stellen 260 Millionen Euro für die Reparatur der Sicherheitsinfrastruktur im früheren Atomkraftwerk Tschernobyl bereit. Das teilte die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) am Donnerstag mit. Die G7 hätten „ernste Besorgnis über die nuklearen Sicherheitsrisiken“ durch den Angriff geäußert, hieß es. Zur Gruppe gehören Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Großbritannien und die USA.
Im Februar 2025 hatte eine russische Drohne die sogenannte Neue Sichere Einschließung getroffen – die 2016 errichtete stählerne Bogenkonstruktion über dem 1986 explodierten Reaktor 4. Nach Angaben der EBWE durchschlug der Angriff die innere und äußere Hülle und beschädigte wichtige Systeme. Damit seien zwei Kernfunktionen „schwer beeinträchtigt“: das Zurückhalten radioaktiven Materials und der sichere Rückbau des instabilen alten Sarkophags.
Insgesamt veranschlagt die EBWE für die Reparatur rund 500 Millionen Euro. Die Arbeiten müssten bis 2030 abgeschlossen sein, um Korrosion zu begrenzen und die auf 100 Jahre ausgelegte Lebensdauer der Konstruktion zu sichern. Tschernobyl liegt rund 130 Kilometer nördlich von Kiew. Russische Truppen hatten das Gelände zu Beginn der Invasion 2022 mehrere Wochen besetzt und am 31. März 2022 wieder verlassen.
