Spätes Essen am Abend: Studie verbindet nächtliche Mahlzeiten mit Lebererkrankungen
Wer regelmäßig spätabends oder vor dem Schlafengehen isst, hatte in US-Daten ein um 20 bis 30 Prozent höheres Risiko für Fettleber oder Zirrhose. Ein Beweis für Ursache und Wirkung ist das nicht.

Symbolbild · Foto: W.carter / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Nicht nur was, sondern auch wann wir essen, könnte für die Leber eine Rolle spielen. Forschende der Oregon Health & Science University haben Daten von fast 200.000 Teilnehmenden aus drei großen US-Langzeitstudien ausgewertet, darunter die Nurses' Health Study. ScienceDaily berichtete am 15. Oktober über die Arbeit, die in der Fachzeitschrift „Clinical Gastroenterology and Hepatology“ erschienen ist. Die Teilnehmenden hatten Angaben zu Essgewohnheiten, Tagesablauf und Lebensstil gemacht.
Wer regelmäßig spätabends oder kurz vor dem Schlafengehen aß, hatte laut der Studie ein um 20 bis 30 Prozent höheres Risiko für Lebererkrankungen als Menschen, die das vermieden. Untersucht wurden die stoffwechselbedingte Fettleber (MASLD) und die Leberzirrhose. Eine Fettleber betrifft in den USA bis zu 30 Prozent der Bevölkerung, nur ein kleiner Teil entwickelt jedoch schwere Verläufe. Der Zeitpunkt von Verhaltensweisen wie Schlafen, Essen oder Bewegung sei wirklich wichtig, sagte Mitautor Andrew McHill, Fachmann für Schlaf und innere Uhr.
Die Studie ist eine Beobachtungsstudie und kann keinen ursächlichen Zusammenhang belegen. Sie beruht auf Selbstauskünften mit eher groben Angaben zu Essenszeiten, andere Faktoren könnten den Zusammenhang erklären. Ob eine Änderung der Essenszeiten Lebererkrankungen verhindert, wurde nicht getestet. Die Universität rekrutiert nach eigenen Angaben für eine kontrollierte Studie, die Essenszeiten bei Menschen mit Fettleber direkt erfasst.
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