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Lagarde: Frankreich muss Schuldenproblem selbst lösen – noch keine Zweitrundeneffekte

EZB-Präsidentin Christine Lagarde dämpft Erwartungen an Anleihekäufe für Paris. Die Inflation treibe vor allem die Energie, Folgeeffekte bei den Löhnen sehe die EZB bislang nicht.

Archivbild: EZB-Präsidentin Christine Lagarde im Europäischen Parlament, 2023

Archivbild · Foto: European Parliament from EU / Wikimedia Commons, CC BY 2.0 (zugeschnitten und skaliert)

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, hat Spekulationen über eine Stützung französischer Staatsanleihen durch die EZB gedämpft. Bei einer Veranstaltung des Senders CNN am Rande der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Bangkok sagte sie am Mittwoch, einige Länder seien wegen besonderer Umstände stärker betroffen, „Frankreich ist ein Beispiel dafür“. Die wichtigste Lösung liege „zu Hause in Frankreich“, also in einer Konsolidierung der Staatsfinanzen. Französische Anleihen gehören zu den größten Verlierern des weltweiten Ausverkaufs am Anleihemarkt.

Analysten hatten seit Wochen darüber spekuliert, ob die EZB ihr Instrument TPI einsetzen könnte, mit dem sie gegen aus ihrer Sicht „ungerechtfertigte“ und „ungeordnete“ Marktbewegungen vorgehen kann. Investoren fürchten, dass politisches Taktieren vor der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr den Abbau des hohen französischen Defizits erschwert. Lagarde selbst sagte laut FXStreet, sie werde nicht für das französische Präsidentenamt kandidieren.

Die Inflation im Euroraum werde „überwiegend, aber nicht ausschließlich“ von den Energiepreisen infolge des Iran-Kriegs getrieben, sagte Lagarde. Zweitrundeneffekte auf andere Preise sehe die EZB noch nicht, sie beobachte aber etwa Lohnforderungen der Gewerkschaften: „Wir können nicht warten, bis sie voll sichtbar sind, aber wir können vorausschauen.“ Die EZB hat die Zinsen in den vergangenen vier Monaten zweimal angehoben; laut Business Recorder wird für Dezember ein weiterer Schritt erwartet. Die IWF-Prognose von 1,1 Prozent Wachstum nannte Lagarde „kein schlechtes Ergebnis“.

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