Nach Drohnenangriffen: Versicherung für Schiffe vor Bulgarien dreimal so teuer
Die Prämien für Schiffe und Ladung in der Wirtschaftszone vor Bulgarien haben sich verdreifacht. Reeder warnen, dass höhere Frachtkosten bald auf die Preise im Land durchschlagen könnten.

Symbolbild · Foto: Alexey Komarov / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Nach den Drohnenangriffen auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer ist die Versicherung von Schiffen und Ladungen vor der bulgarischen Küste deutlich teurer geworden. Wie der Reeder Kapitän Todor Georgiew dem Staatssender BNT und zuvor bTV sagte, sprangen die Prämien für Rumpf und Fracht in der ausschließlichen Wirtschaftszone vergangene Woche nach den Angriffen auf das Dreifache. Die Versicherer hätten bereits am Folgetag per Rundschreiben reagiert. Georgiew rechnet damit, dass bald auch Fahrten durch die bulgarischen Hoheitsgewässer teurer werden, weil die Angriffe näher an die Küste rücken.
Für bestimmte Schiffe kann eine einzige Woche auf See nach BNT-Angaben inzwischen Hunderttausende Dollar an Kriegsrisiko-Versicherung kosten. Zum Vergleich nannte Georgiew rund 70.000 Dollar als übliche Jahresversicherung für ein 50.000-Tonnen-Schiff seiner Firma. Zuvor hatte ein Lukoil-Manager in Bulgarien BNT gesagt, die Versicherung eines Tankers sei binnen weniger Monate von etwa 200.000 auf 2,5 Millionen Dollar gestiegen.
Ein Schiffsagent sagte BNT, bislang sei kein Auftrag storniert worden. Sollte der Seeverkehr aber stocken, würden Transporte teurer, was sofort auf Waren und Dienstleistungen in Bulgarien durchschlage. Der Vorsitzende der Bulgarischen Maritimen Vereinigung, Plamen Russew, sieht das größte Risiko bei Fahrten in ukrainische und russische Häfen; für bulgarische Häfen gebe es keine logische wirtschaftliche Begründung für höhere Prämien.
