Berlin --:--Donnerstag, 15. Oktober 2026
LIVE
DeutschlandNACHRICHTENFAKTENKONTEXT
Deutschland ·

Bundestags-Gutachten: Aktienrente könnte 1,75 Billionen Euro an den Kapitalmarkt bringen

Laut einem von der Linken beauftragten Gutachten könnten bis Anfang der 2060er Jahre bis zu 1,75 Billionen Euro Rentenbeiträge in den Kapitalmarkt fließen. Schwerdtner spricht von „Zwangsabgabe“.

Archivbild: Linken-Chefin Ines Schwerdtner, 2025

Archivbild · Foto: Sandro Halank, Wikimedia Commons / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Wird die geplante Aktienrente wie vorgesehen eingeführt, könnten bis Anfang der 2060er Jahre bis zu 1,75 Billionen Euro an Rentenbeiträgen in den Kapitalmarkt fließen – in der Spitze rund 80 Milliarden Euro pro Jahr. Das geht aus einem Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags im Auftrag der Linken hervor, das ZDFheute vorliegt. Finanziert würde dies über höhere, zwischen Arbeitgebern und Beschäftigten geteilte Beiträge, wie es die Rentenkommission empfiehlt.

Linken-Chefin Ines Schwerdtner lehnt das Vorhaben ab: „Das ist eine Zwangsabgabe der Bürgerinnen und Bürger zugunsten der Finanzindustrie.“ Die Menschen zahlten mehr, „ohne selbst entscheiden zu können, wo ihr Geld landet“. Die Partei will die Reform stoppen und die Kosten über höhere Beiträge und Steuerzuschüsse decken. Die Finanzmarktforscherin Christine Laudenbach vom Leibniz-Institut SAFE hält dagegen: „Der Aktienmarkt ist kein Casino.“ Ein global gestreutes Portfolio habe von 1900 bis 2024 im Schnitt rund fünf Prozent reale Rendite im Jahr erzielt.

Für die SPD ist die Aktienrente das „Herzstück der Reform“, sagt Annika Klose, die als stellvertretende Vorsitzende in der Rentenkommission saß. Dass die Kapitalrente schneller als im Frühjahr vorgelegt wird, hält sie für „völlig illusorisch“; die SPD rechnet erst 2027 mit einem Gesetz. Kanzler Friedrich Merz (CDU) fordert, die Rentenreform noch in diesem Jahr ins Kabinett zu bringen.

Mehr aus dem Ressort

← Deutschland