Südkorea: Mehr Partnervermittlungen, weniger Hochzeitssäle – und wieder mehr Ehen
In zehn Jahren ist die Zahl der Partnervermittlungen in Südkorea um 34 Prozent gestiegen, die der Hochzeitssäle um 31 Prozent gesunken. Paare investieren in die Partnersuche, sparen aber an der Feier.

Symbolbild · Foto: kallerna / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Südkoreaner geben bereitwilliger Geld für die Partnersuche aus, aber weniger für die Hochzeit selbst. Laut Daten der nationalen Steuerbehörde waren im August 2026 landesweit 2.176 Partnervermittlungen registriert – 557 oder 34,4 Prozent mehr als 2016 (1.619). 2025 lag ihre Zahl erstmals über 2.000 (2.090). Hochzeitssäle werden dagegen weniger: von 1.098 im Jahr 2016 auf 762 im August 2026, ein Minus von 30,6 Prozent. Den Tiefstand gab es 2024 mit 714 Betrieben.
Der Trend fällt mit einer deutlichen Erholung bei den Eheschließungen zusammen. Laut dem Statistikportal KOSIS fiel ihre Zahl 2022 auf das Rekordtief von 191.690, seither steigt sie drei Jahre in Folge – auf 240.326 im Jahr 2025, den höchsten Wert seit 2018. Im Juli 2026 wurden 22.282 Ehen geschlossen, 9,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor; von Januar bis Juli waren es zusammen 146.656, so viele wie seit acht Jahren nicht.
Als Gründe nennen die Berichte, dass die zweite „Echo-Boom“-Generation der Jahrgänge 1991 bis 1995 ins typische Heiratsalter gekommen ist und sich die Einstellung junger Menschen zur Ehe verbessert hat. Der Konsumökonom Lee Hong-ju von der Sookmyung-Frauenuniversität sieht ein pragmatisches Verhalten: Paare investierten aktiv in die Chance, einen Partner kennenzulernen, sparten aber bei der Zeremonie. Beim Kennenlernen würden Effizienz und Verlässlichkeit immer wichtiger.
Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.
