KfW-Studie: Klimaneutralität kostet Deutschland bis 2045 sechs Billionen Euro
Nötig wären rund 290 Milliarden Euro pro Jahr, investiert werden bislang etwa 110 Milliarden. Fast die Hälfte des Bedarfs entfällt auf den Verkehr. KfW-Chef Wintels setzt auf privates Kapital.

Symbolbild · Foto: André Künzelmann/UFZ / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Für das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 muss Deutschland nach einer neuen Studie im Auftrag der staatlichen Förderbank KfW rund sechs Billionen Euro investieren, also etwa 290 Milliarden Euro pro Jahr. Die Berechnung des Forschungsinstituts Prognos liegt um eine Billion Euro über der Vorgängerstudie von 2021. Den größten Anteil hat mit 45 Prozent der Verkehr, gefolgt von Energie (25 Prozent), Gebäuden (22 Prozent) und Industrie (8 Prozent).
Zuletzt investierten Unternehmen, Haushalte und Staat im Schnitt nur rund 110 Milliarden Euro im Jahr. Bleibt es dabei, ergibt sich laut Studie eine Lücke von etwa 180 Milliarden Euro jährlich. Den Mehraufwand gegenüber fossilen Technologien beziffert sie auf 65 Milliarden Euro pro Jahr, weniger als zwei Prozent der Wirtschaftsleistung. Der Staat müsste rund zwölf Prozent tragen, den Großteil private Investoren.
„Investitionen in Höhe von sechs Billionen Euro bis 2045 sind eine enorme Kraftanstrengung“, sagte KfW-Chef Stefan Wintels. „Klimaneutralität gelingt nur mit der Mobilisierung von privatem Kapital.“ Die Studie erscheint vier Wochen vor Beginn der UN-Weltklimakonferenz.
