Teure Energie: IWF rät zu gezielten Geldhilfen statt breiter Preissubventionen
Allgemeine Preissubventionen kosten den Staat laut IWF drei- bis sechsmal so viel wie gezielte Transfers an bedürftige Haushalte. Hilfen für Produzenten könnten ein Vielfaches kosten.

Archivbild · Foto: International Monetary Fund / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Gezielte Geldtransfers sind nach einer neuen Analyse des Internationalen Währungsfonds der wirksamste und haushaltsschonendste Weg, verletzliche Haushalte in Teuerungskrisen zu schützen. Das geht aus Kapitel 2 des neuen Weltwirtschaftsausblicks hervor, das den Titel „Navigating a Shock-Prone World: Lessons from Cost-of-Living Crises“ trägt. Allgemeine Preissubventionen für Verbraucher erfordern demnach drei- bis sechsmal so hohe Staatsausgaben, um eine vergleichbare Entlastung zu erreichen. Subventionen für Produzenten könnten ein Vielfaches gezielter Hilfen kosten und könnten am Ende sogar Verbraucher im Ausland begünstigen.
Vorstellen soll die Ergebnisse IWF-Ökonomin Chiara Maggi am Dienstag bei der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Bangkok, bei der teure Energie zu den Hauptthemen zählt. Ein IWF-Modell, das die höhere Inflation ärmerer Haushalte berücksichtigt, kommt zu dem Ergebnis, dass 2021 bis 2024 rund 23 Millionen Menschen mehr unter die Grenze extremer Armut fielen als bisher berechnet. Inflationserwartungen könnten zudem noch drei Jahre nach einem Schock deutlich über dem Vorkrisenniveau liegen. Industrieländer setzten laut IWF auf einen ausgewogeneren Mix, Schwellen- und Entwicklungsländer stärker auf das Drücken der Preise.
