Bericht: USA drohen Kiew mit Stopp von Waffenkäufen wegen Angriffen auf Energieanlagen
Laut „Financial Times“ droht Washington, das PURL-Programm auszusetzen und keine Geheimdienstinformationen mehr zu teilen, falls Kiew weiter russische Energieanlagen angreift.

Archivbild · Foto: Dati Bendo / European Union, 2025 / EC - Audiovisual Service / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Die US-Regierung hat der Ukraine nach einem Bericht der „Financial Times“ mit der Aussetzung eines zentralen Mechanismus für Waffenkäufe gedroht, sollte Kiew seine Angriffe auf russische Energieinfrastruktur nicht einstellen. Betroffen wäre die sogenannte PURL-Liste (Prioritised Ukraine Requirements List), über die US-Waffen für die Ukraine gekauft werden. Zudem habe Washington gedroht, den Austausch von Geheimdienstinformationen zu stoppen. Die Warnungen seien am 10. und 11. Oktober in Telefonaten mit Kiew und europäischen Hauptstädten übermittelt worden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf ungenannte europäische Beamte. Das Weiße Haus wollte die Gespräche weder bestätigen noch kommentieren.
Hintergrund ist Trumps Kritik an ukrainischen Angriffen auf russische Raffinerien, die nach Berichten, auf die sich der Kyiv Independent beruft, die russische Raffineriekapazität um 45 Prozent verringert haben. Selenskyj erklärte am Sonntag, die Ukraine werde Angriffe auf russisches Öl nur im Rahmen einer Energie-Waffenruhe beenden. Zweifel an Trumps Ankündigung einer solchen Waffenruhe äußerte der Erste Vizevorsitzende des Energieausschusses der russischen Duma, Igor Ananskich, gegenüber dem Portal Ostoroschno Novosti: „Wir alle wissen, dass Trump oft Dinge sagt, um die Ölpreise nicht steigen zu lassen.“
Selenskyj bekräftigte im Interview mit ABC News zudem, er sei bei einer Waffenruhe zu Wahlen bereit. An die Adresse Washingtons sagte er: „Bitte sagt Putin, gebt uns zwei Monate, 60 Tage Pause. Totale Waffenruhe, 60 Tage, und wir organisieren Wahlen.“ Das ukrainische Recht verbietet Wahlen, solange das Kriegsrecht gilt. Trump hatte zuvor gesagt, es sei Zeit, dass die Ukraine einen neuen Präsidenten bekomme.
