Modellstudie: Basaltmehl auf Chinas Äckern könnte bis zu 0,79 Mrd. Tonnen CO2 binden
Forscher der Tsinghua-Universität und aus Cambridge berechnen Potenzial und Kosten der beschleunigten Gesteinsverwitterung in China – und fordern Feldversuche, bevor das Verfahren breit eingesetzt wird.

Symbolbild · Foto: Walter Siegmund / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Bei der beschleunigten Gesteinsverwitterung wird fein gemahlenes Gestein wie Basalt auf Felder ausgebracht; bei der Verwitterung wird der Luft Kohlendioxid entzogen und gebunden. Zeyu Wang und Fei Teng vom Institut für Energie, Umwelt und Wirtschaft der Tsinghua-Universität in Peking haben zusammen mit David Reiner von der Universität Cambridge das Potenzial des Verfahrens für Chinas Ackerflächen berechnet. Die Studie erschien am 10. Oktober in der Fachzeitschrift „Communications Earth & Environment“; es handelt sich um eine vorab veröffentlichte, noch nicht endgültig redigierte Fassung.
Nach den Berechnungen könnte eine Ausbringung von Basaltmehl in einem einzigen Jahr bis zum Jahr 2100 zwischen 0,44 und 0,79 Milliarden Tonnen CO2 entfernen. Die Nettokosten über den gesamten Lebenszyklus beziffern die Autoren auf 127 bis 226 US-Dollar je Tonne. Bei wiederholter Ausbringung über mehrere Jahre könnte das Verfahren 5 bis 30 Prozent des CO2-Entnahmebedarfs decken, den China bis 2060 für sein Klimaziel braucht.
Einordnung: Die Ergebnisse beruhen auf Modellrechnungen, nicht auf Messungen im Feld. Die Autoren sehen in dem Verfahren eine Option für Chinas Klimastrategie, fordern aber ausdrücklich Feldversuche und genauere Modelle der Prozesse in Böden und Flüssen. Am besten geeignet seien der Nordosten, die zentralen und südlichen Regionen sowie der Osten des Landes; feiner als handelsüblich gemahlenes Gestein biete das beste Verhältnis von Wirkung und Kosten.
