Nepal: Sturzflut reißt Häuser und Brücken mit – fünf Menschen vermisst
Ein Erdrutsch staute im Distrikt Gorkha den Fluss Budhi Gandaki, dann brach die Flutwelle los. 82 Menschen wurden gerettet, darunter neun Ausländer. Anwohner flussabwärts sollen sich in Sicherheit bringen.

Archivbild · Foto: National Disaster Risk Reduction and Management Authority / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Im Zentrum Nepals hat eine Sturzflut am Samstag Häuser, Brücken und Teile von Wasserkraftbaustellen mitgerissen. Fünf Menschen – zwei Frauen und drei Männer – werden nach Angaben der nationalen Katastrophenschutzbehörde NDRRMA vermisst, Todesopfer wurden bislang nicht gemeldet. Mindestens 82 Menschen wurden gerettet, darunter neun Ausländer. Betroffen ist vor allem das Dorf Chumnubri im Distrikt Gorkha, rund 100 Kilometer westlich von Kathmandu. „Ein trockener Erdrutsch hatte den Fluss blockiert, dann brach er durch und verursachte die Flut“, sagte Behördenchef Dharam Raj Uprety der Nachrichtenagentur AFP.
Zum Ausmaß der Schäden gibt es unterschiedliche Angaben: Al Jazeera berichtete von etwa einem Dutzend weggespülter Häuser, AFP von rund 45. Zerstört wurden unter anderem Hängebrücken und eine Straßenbrücke zwischen Gorkha und dem Nachbardistrikt Dhading; auch Wasserkraftprojekte wurden beschädigt. Armee und Polizei sind im Einsatz, laut AFP mit vier Hubschraubern. Die Behörden warnten Anwohner flussabwärts in Gorkha, Tanahun, Chitwan sowie Ost- und West-Nawalparasi. „Wir haben die Dorfbewohner entlang der Flussufer flussabwärts aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen“, sagte der oberste Verwaltungsbeamte des Distrikts, Dharmendra Kumar Mishra.
Die Region ist schwer gezeichnet: Ende August hatte ein Gletscherabbruch an einem Zufluss weiter oben eine verheerende Flut ausgelöst, bei der nach Angaben von Al Jazeera 1.457 Menschen starben. Ende September kamen bei Überschwemmungen und Erdrutschen mindestens 21 Menschen ums Leben. „Unser Haus ist weg, wir haben keinen Strom … aber es gab keine Todesopfer“, sagte eine Vertreterin der Gemeinde Chumnubri. Weil der Pegel des Budhi Gandaki weiter stieg, forderten die Behörden die Menschen auf, sich vom Fluss fernzuhalten und sichere Gebiete aufzusuchen.
