Copernicus: September 1,63 Grad wärmer als vorindustriell – Rekord im El-Niño-Gebiet
Der EU-Klimadienst meldet den zweitwärmsten September seiner Datenreihe. Im Pazifik meldet die Region Niño 3.4 einen Rekordwert – die WMO hält einen der stärksten El Niños seit 1950 für möglich.

Archivbild · Foto: Copernicus Marine Service Data, EK - GD DEFIS, EC - DG DEFIS, SPACETEC PARTNERS, CE - DG DEFIS / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Der Copernicus-Klimawandeldienst (C3S) hat am 12. Oktober seine Auswertung für September 2026 veröffentlicht. Demnach lag die globale mittlere Lufttemperatur an der Oberfläche bei 16,27 Grad Celsius – 0,82 Grad über dem Mittel 1991–2020 und 1,63 Grad über dem vorindustriellen Niveau von 1850–1900. Es war der zweitwärmste September im ERA5-Datensatz, 0,11 Grad kühler als der Rekord-September 2023. Schon der August hatte die 1,5-Grad-Marke überschritten; davor war das zuletzt im November 2025 der Fall. Der Durchschnitt der vergangenen zwölf Monate (Oktober 2025 bis September 2026) erreichte nach C3S-Angaben 1,50 Grad.
Über den Landflächen Europas lag die Temperatur bei 16,26 Grad, 1,54 Grad über dem Mittel 1991–2020 – Platz drei. Westeuropa erlebte gemeinsam mit 2023 den wärmsten September seiner Datenreihe; in Südfrankreich, Portugal, Spanien und Teilen Italiens lagen die Werte 4 bis 6 Grad über dem Durchschnitt. Etwas kühler als üblich war es nur im Südosten des Balkans und im Westen der Türkei. Die Meeresoberfläche zwischen 60 Grad Süd und 60 Grad Nord erreichte mit 21,05 Grad den höchsten je für einen September ermittelten Wert.
In der Pazifikregion Niño 3.4 erreichte die Meerestemperatur laut C3S mit 29,70 Grad einen Allzeit-Höchstwert; die Abweichung von plus 2,99 Grad übertrifft den bisherigen Rekord von 2,81 Grad aus dem Dezember 1997. Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) erwartet, dass El Niño im Dezember seinen Höhepunkt erreicht und mit nahezu 100-prozentiger Wahrscheinlichkeit bis Februar 2027 anhält. Einordnung: Die Copernicus-Werte beruhen auf der ERA5-Reanalyse, die Messungen mit Modellrechnungen verbindet. Die US-Behörde NOAA kommt mit eigenem Datensatz ebenfalls auf den zweitwärmsten September. Einzelne Monate über 1,5 Grad bedeuten nicht, dass die Pariser 1,5-Grad-Grenze gerissen ist – sie bezieht sich auf langjährige Mittelwerte.
