IW-Studie: Deutschlands Wirtschaft wächst seit 2020 nur dank des Staates
Laut Institut der deutschen Wirtschaft bremste der private Sektor das Wachstum seit 2020 um rund 0,5 Punkte pro Jahr. Staatskonsum und öffentliche Investitionen glichen das aus.

Symbolbild · Foto: Henning Schlottmann (User:H-stt) / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Die deutsche Wirtschaft ist seit 2020 nach einer Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) nur durch steigende Staatsausgaben gewachsen. Von 2020 bis 2025 nahm die Wirtschaftsleistung im Schnitt um lediglich 0,2 Prozent pro Jahr zu. Der private Sektor drückte das Wachstum dabei um durchschnittlich etwa 0,5 Prozentpunkte jährlich, während Staatskonsum und öffentliche Investitionen rund 0,6 Punkte beisteuerten. In den 2000er-Jahren hatte der private Sektor noch 0,2 Punkte pro Jahr zum Wachstum beigetragen, in den 2010er-Jahren sogar 1,4 Punkte, der Staat damals 0,5 Punkte.
Besonders deutlich zeigt sich die Schere laut der IW-Studie, die IW-Konjunkturchef Michael Grömling erläuterte, bei den Investitionen: Die öffentlichen Investitionen liegen real mehr als 20 Prozent über dem Durchschnitt von 2019, die privaten im zweiten Quartal 2026 dagegen mehr als zehn Prozent darunter. Der reale Staatskonsum stieg seit 2019 um über 16 Prozent, der private Konsum nur um 4,5 Prozent. Das IW sieht Risiken, wenn staatliche Impulse über Schulden finanziert werden. Die Schwäche der Privatinvestitionen führt es unter anderem auf hohe Arbeits- und Energiekosten sowie Bürokratie zurück und fordert neben Infrastrukturausgaben Strukturreformen.
