Berlin --:--Montag, 12. Oktober 2026
LIVE
BulgarienNACHRICHTENFAKTENKONTEXT
Breaking NewsBulgarien ·

Schiffsangriffe im Schwarzen Meer: Regierungslager hält Russland für wahrscheinlich

Fraktionschef Witanow sieht Russland als wahrscheinlichen Urheber der Drohnenangriffe vor Bulgariens Küste – Beweise fehlen aber. Zudem gibt es Zweifel an der Ladung des gesunkenen Schiffs.

Gebäude der Nationalversammlung in Sofia (Archivbild)

Archivbild · Foto: Лорд Бъмбъри / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Der Fraktionsvorsitzende der Regierungspartei Progressives Bulgarien, Petar Witanow, hält Russland für den wahrscheinlichen Urheber der Drohnenangriffe auf zwei Handelsschiffe in Bulgariens ausschließlicher Wirtschaftszone. Die Logik spreche für russische Angriffe, sagte er am Sonntagabend im Sender bTV laut der Nachrichtenagentur BTA. Wer im Namen des Staates spreche, könne sich aber nicht auf Annahmen stützen. Unwiderlegbare Beweise gebe es noch nicht.

Gesucht würden vor allem Trümmer von Luft- oder Unterwasserdrohnen; Bulgarien arbeite dabei mit rumänischen, türkischen und NATO-Diensten zusammen. Nach Witanows Angaben wurden seit Jahresbeginn mehr als 460 Schiffe im Schwarzen Meer angegriffen, sowohl von russischer als auch von ukrainischer Seite. Einen Angriff auf Bulgarien selbst sieht er nicht, da die Schiffe außerhalb der Hoheitsgewässer getroffen wurden.

Zweifel äußerte Witanow an der Ladung des gesunkenen Frachters: Deklariert war Meersalz von Ägypten nach Rumänien, doch die Fahrt habe 15 statt der üblichen fünf Tage gedauert. Das deute auf Überladung oder andere Fracht hin. Den Verzicht auf Konsultationen nach Artikel 4 des NATO-Vertrags verteidigte er: Ein zu häufiger Gebrauch entwerte dieses Instrument.

Mehr aus dem Ressort

← Bulgarien