Kreuzberg: Ladeninhaber nach Plakaten gegen Judenhass mehrfach angegriffen
Jugendliche sollen einen 67-jährigen Rollstuhlfahrer in Kreuzberg mit Pfefferspray und Schlägen angegriffen haben. Der Staatsschutz ermittelt, Nachbarn zeigen Solidarität.

Symbolbild · Foto: Lear 21 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
In Berlin-Kreuzberg ist ein 67-jähriger Geschäftsinhaber, der auf einen Rollstuhl angewiesen ist, nach Angaben der Polizei binnen drei Tagen mehrfach von Jugendlichen angegriffen worden. Er hatte Anfang Oktober Aushänge gegen Judenhass in sein Schaufenster gehängt. Am 7. Oktober sollen ihn etwa sechs Jugendliche beleidigt und mit Pfefferspray besprüht haben, am Tag darauf wiederholte eine Gruppe den Angriff mit Reizgas und Schlägen.
Am Abend des 9. Oktober beobachteten Zeugen laut Polizei bis zu acht Jugendliche auf E-Scootern, die gegen die Eingangstür des Ladens traten und schlugen und sie beschädigten. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt hat die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung und Sachbeschädigung übernommen und prüft ein antisemitisches Motiv. Festnahmen wurden bislang nicht gemeldet.
Am Sonntagabend schilderte der Mann im „Tagesspiegel“ seine Angst nach den Attacken. Nachbarn kommen nach Feierabend in den Laden, um ihn nicht allein zu lassen. „Die Presse ist auch ein Schutz“, sagte er der Zeitung.
