Begnadigung des „Petritscher Escobar“: Parlament tagt am Dienstag in Sondersitzung
Bulgariens Parlament befragt am Dienstag Gefängnischefs zur Begnadigung eines in Griechenland verurteilten Drogenhändlers. Unterschrieben hatte 2022 die heutige Präsidentin Jotowa.

Archivbild · Foto: Plamen Agov / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)
Parlamentspräsidentin Michaela Dozowa hat für Dienstag, 13. Oktober, um 9 Uhr eine außerordentliche Sitzung der Nationalversammlung einberufen, wie die Nachrichtenagentur BTA berichtet. Thema sind die medizinischen Gutachten und die Führungsberichte zu Ognjan A., bekannt als „Petritscher Escobar“, der am 5. Dezember 2022 begnadigt wurde. Geladen sind der Chef der Generaldirektion Strafvollzug, Iwajlo Jordanow, der Leiter des Sofioter Gefängnisses, Swetoslaw Penow, sowie der damalige Gefängnisleiter.
Den Antrag stellte „Wir setzen den Wandel fort“ (PP); laut News.bg unterschrieben auch Abgeordnete von „Demokratisches Bulgarien“ und GERB. Der Mann war in Griechenland wegen Drogenhandels zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Das Dekret, mit dem ihm die Reststrafe erlassen wurde, unterzeichnete die damalige Vizepräsidentin und heutige Präsidentin Iliana Jotowa; begründet wurde er mit dem schweren Gesundheitszustand, eine siebenköpfige Ärztekommission hatte laut News.bg zugestimmt.
Umstritten ist der Fall, seit das Portal Mediapool Videoaufnahmen veröffentlichte, die den Mann 19 Tage vor der Begnadigung in einer heftigen Schlägerei im Gefängniskrankenhaus zeigen sollen. Der Vorfall war laut Mediapool nicht in seiner Akte vermerkt. Die Abgeordneten wollen klären, ob die beteiligten Stellen davon wussten.
