Todesstrafe in den USA: Indiana verweigert Hirnscans vor Hinrichtung
Jeffrey Weisheit soll am 5. November wegen der Tötung zweier Kinder hingerichtet werden. Die Verteidigung will Aufschub und nach dem Fall in Tennessee eine Prüfung der Giftspritze. Entscheiden muss der Gouverneur.

Grafik: TERRA WORLD NEWS (eigene Darstellung nach den genannten Quellen)
Die Regierung von Indianas Gouverneur Mike Braun wird dem zum Tode verurteilten Jeffrey Weisheit vor seiner für den 5. November geplanten Hinrichtung keine weiteren Hirnuntersuchungen gestatten. Der 50-Jährige wurde 2013 verurteilt, weil er 2010 bei einem Hausbrand nahe Evansville zwei Kinder im Alter von acht und fünf Jahren getötet hatte. Sein Anwalt Joseph Perkovich argumentiert, MRT- und PET-Scans könnten zeigen, ob Hirnschäden schon vor der Tat bestanden; die Geschworenen hätten „ohne verlässliche wissenschaftliche Informationen“ entschieden. Das Oberste Gericht des Staates lehnte einen Aufschub bereits ab, der Begnadigungsausschuss empfahl einstimmig, das Gnadengesuch abzulehnen.
Die letzte Entscheidung liegt bei Braun, der früher erklärt hatte, er werde medizinische Belege berücksichtigen, falls sie vorliegen; eine Frist gibt es nicht. Die Verteidigung verlangt zudem, dass der Staat nach der gescheiterten Hinrichtung von Christa Pike in Tennessee sein Verfahren prüft, da beide Staaten Pentobarbital verwenden. Indiana hat 275.000 Dollar für das Mittel ausgegeben und sieht sich in der Lage, die Hinrichtung zu vollziehen. Aus der Familie der Opfer kommen unterschiedliche Stimmen: Laut WISH-TV bat die Mutter, die Begnadigung abzulehnen, der Vater dagegen bat den Gouverneur, Weisheits Leben zu schonen.
Indiana ist kein Einzelfall: Allein für den 5. November sind laut einer Liste der Southern Methodist University auch Hinrichtungen in Florida und Alabama angesetzt, im November folgen weitere in Oklahoma, Texas und Florida. Befürworter der Todesstrafe verweisen auf Gerechtigkeit für die Opfer und ihre Angehörigen, Gegner auf das Risiko von Fehlern und die Probleme mit der Giftspritze. In Tennessee, wo Colleen Slemmer 1995 getötet wurde, hat der Gouverneur Hinrichtungen bis Jahresende ausgesetzt.
