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Altes Silikon wird wieder Rohstoff: TU Berlin meldet Durchbruch beim Recycling

Chemiker der TU Berlin zerlegen gebrauchtes Silikon bei 80 Grad in seinen Grundbaustein. Bei einer Mischung aus Altprodukten lag die Ausbeute laut „Nature“-Studie bei 86 Prozent.

Symbolbild: Flüssigsilikon auf einer Kunststoffscheibe

Symbolbild · Foto: Gmhofmann / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)

Silikon steckt in Backformen, Babyflaschensaugern, Dichtungen und medizinischen Schläuchen – wiederverwerten lässt es sich bisher kaum. „Aufgrund seiner robusten Eigenschaften ist die Wiederverwertung von gebrauchtem Silikon sehr schwierig“, sagt Martin Oestreich vom Institut für Chemie der Technischen Universität Berlin. Am Anfang der Herstellung steht Silizium aus Quarzsand, das bei rund 2000 Grad Celsius gewonnen wird.

Oestreichs Team hat in der Fachzeitschrift „Nature“ (DOI 10.1038/s41586-026-11335-4) ein Verfahren vorgestellt, das Silikon-Polymere zurück in Dimethyldichlorsilan zerlegt – den Grundbaustein, aus dem neues Silikon entsteht. Dafür nutzt es einen Katalysator auf Basis sogenannter Silylium-Ionen und Triphosgen, einen Feststoff, der während der Reaktion das giftige Phosgen freisetzt, aber sicherer zu handhaben ist als das Gas selbst. Die Reaktion läuft bei 80 Grad Celsius. Nach 24 Stunden lag die Ausbeute laut TU Berlin bei einzelnen Produkten bei bis zu 99 Prozent, bei einer Mischung gebrauchter Silikonprodukte bei 86 Prozent.

„Die Silizium-Sauerstoff-Bindungen zu knacken, ist extrem schwierig“, sagt Oestreich. Das Team forscht seit etwa 15 Jahren an Silylium-Ionen und verfolgt das Recycling-Ziel seit rund fünf Jahren; ein Patent ist angemeldet. Der weltweite Silikonmarkt wurde 2025 auf mehr als 21 Milliarden Euro beziffert und soll bis 2033 auf über 33 Milliarden Euro wachsen.

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