US-Kartellwächter nehmen Nvidias Milliardenkauf von Hugging Face unter die Lupe
Das Justizministerium will laut Reuters wissen, ob Nvidia mit der KI-Plattform einen zentralen Vertriebsweg für KI kontrollieren und Konkurrenten benachteiligen könnte.

Archivbild · Foto: APK / Wikimedia Commons, CC BY 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Das US-Justizministerium prüft nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters die geplante Übernahme der KI-Plattform Hugging Face durch Nvidia. Die Kartellwächter fragen demnach, ob der Chipkonzern mit dem Kauf einen grundlegenden Vertriebsweg für KI unter seine Kontrolle bringen und die Plattform gegen Wettbewerber einsetzen könnte. Reuters beruft sich auf zwei mit der Sache vertraute Personen.
Nvidia hatte Anfang September vereinbart, Hugging Face für rund 12,9 Milliarden Dollar zu kaufen. Auf der Plattform teilen Entwickler weltweit offene KI-Modelle und Datensätze. Nvidia hat zugesagt, sie offen zu halten; der Abschluss wird für die erste Hälfte 2027 erwartet. Das Ministerium wollte sich unter Verweis auf seine übliche Praxis nicht äußern, Nvidia lehnte einen Kommentar ab, Hugging Face antwortete nicht.
Die Fragen sind Teil einer schon länger laufenden Untersuchung zu Nvidia, die noch unter Präsident Joe Biden begonnen hatte. Sie betrifft Übernahmen, Beteiligungen und die Art, wie Nvidia Chips verkauft. Im September war berichtet worden, dass die Behörde auch den 20-Milliarden-Dollar-Deal mit dem Chip-Start-up Groq prüft: Nvidia hatte dessen Technik lizenziert und Spitzenmanager übernommen, statt die Firma zu kaufen. Auch in Frankreich läuft eine kartellrechtliche Untersuchung gegen Nvidia.
