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„Zurich Blue“: Uraltes Ägyptisch Blau wird zum Leuchtstoff für Bilder aus dem Gehirn

Forschende der Empa haben aus dem über 4500 Jahre alten Farbstoff Ägyptisch Blau ein Nanopigment entwickelt, das im Nahinfrarot leuchtet und hochaufgelöste Bilder von Hirnstrukturen ermöglichen soll.

Symbolbild: Stück blaues Pigment aus dem alten Ägypten im Museo Egizio in Turin

Symbolbild · Foto: Museo Egizio, Turin / Wikimedia Commons, CC0 (zugeschnitten und skaliert)

Ägyptisch Blau gilt als einer der ersten künstlich hergestellten Farbstoffe; er wurde schon vor mehr als 4500 Jahren für Wandmalereien, Keramik und Statuen verwendet. Unter Nahinfrarotlicht leuchtet das Pigment – diese Eigenschaft haben Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) genutzt. Aus dem alten Vorbild entstand ein Nanopigment, das sie „Zurich Blue“ nennen und das hochaufgelöste Bilder von Hirnstrukturen ermöglichen soll, wie die Empa am 29. Oktober mitteilte.

Der Materialwissenschaftler Robert Nissler aus dem Labor „Nanomaterials in Health“ in St. Gallen kehrte dafür den historischen Herstellungsweg um: In einer Flammensynthese entstehen zunächst Metalloxid-Nanopartikel, die anschließend per Laserbestrahlung zu zweidimensionalen, sehr hell leuchtenden Nanoschichten zusammengefügt werden. „Das Verfahren ist nicht nur schonend und kontrollierbar, es ist auch für den industriellen Maßstab skalierbar“, sagt Nissler. Die Methode beschrieb das Team bereits 2025 in der Fachzeitschrift „Advanced Materials“ (DOI 10.1002/adma.202503159).

An der Arbeit beteiligt sind auch die ETH Zürich, die Universität Zürich und die Universitätsklinik Balgrist. Versuche im Labor mit dem Bildgebungsexperten Daniel Razansky verliefen laut Empa vielversprechend; nächster Schritt ist die klinische Anwendung. „Das neue Hybridmaterial eignet sich für superhochauflösende Bildgebung in Echtzeit“, sagt Teamleiterin Inge Herrmann. Denkbar sei etwa, einzelne Immunzellen, die das Pigment aufgenommen haben, im Gewebe zu verfolgen oder Wirkstoffe an das Pigment zu koppeln.

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