Kontrastmittel aus Eisen statt Gadolinium: Es zeigt Narben im Herz – und bremst sie
Ein spanisches Team hat ein eisenhaltiges MRT-Kontrastmittel entwickelt, das Fibrose im Herzgewebe sichtbar macht und ihr Fortschreiten im Labormodell verlangsamt. An Patienten wurde es noch nicht getestet.

Symbolbild · Foto: Jan Ainali / Wikimedia Commons, CC BY 3.0 (zugeschnitten und skaliert)
Bei einer Herzfibrose wird gesundes Herzgewebe zunehmend durch steifes Bindegewebe ersetzt. Forschende des Forschungszentrums CIC biomaGUNE in San Sebastián und des Instituts für Biomedizin und Biotechnologie Kantabriens (IBBTEC) haben ein Kontrastmittel für die Magnetresonanztomografie (MRT) entwickelt, das solche Veränderungen nicht nur anzeigen, sondern zugleich behandeln soll. Die Studie erschien in der Fachzeitschrift „Advanced Functional Materials“ (DOI 10.1002/adfm.78994).
Statt auf Gadolinium, das in fast allen kontrastverstärkten MRT-Untersuchungen eingesetzt wird, setzt das Team auf Eisen: Rund 1,4 Nanometer große Eisencluster sind in ein eigens entworfenes Protein eingebettet. In 3D-Herzgewebe, das aus Herzzellen von Patienten gezüchtet wurde, reicherte sich das Mittel im vernarbten Gewebe an; sein Signal wurde mit zunehmender Fibrose stärker. Zugleich verringerte es die Bildung und Ablagerung von Kollagen und verhinderte, dass das Gewebe versteifte. Der MRT-Kontrast war laut Erstautorin Lydia Martínez Parra „vergleichbar mit dem von Kontrastmitteln auf Gadoliniumbasis“.
Getestet wurde bisher nur an Gewebemodellen im Labor, nicht an Tieren oder Patienten. Als Nächstes wollen die Forschenden untersuchen, wie sich das Mittel im Körper verteilt und ausgeschieden wird und wie es in einem klinischen Scanner abschneidet. Bis zum Einsatz bei Patienten sei es noch ein weiter Weg, betont das Team um Aitziber L. Cortajarena, wissenschaftliche Direktorin des CIC biomaGUNE.
