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Cannes-Film „Marie Madeleine“: Gessica Généus über Moral und Tabus in Haiti

Das Drama der haitianischen Regisseurin lief im Mai in der Sektion Cannes Première und startet am 21. Oktober in Frankreich. Das Festival veröffentlichte dazu ein Interview.

Beim Abspielen wird das Video von YouTube (Google) geladen.

Foto: Keith Nixon Jr / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)

Video: YouTube · PyramideDistrib · youtube.com

Das Festival de Cannes hat am 20. Oktober ein Interview mit der haitianischen Regisseurin und Schauspielerin Gessica Généus veröffentlicht – zum französischen Kinostart ihres Films „Marie Madeleine“ am 21. Oktober. Das Drama hatte am 14. Mai in der Sektion Cannes Première der Offiziellen Auswahl Premiere; laut der haitianischen Zeitung Le Nouvelliste war die Vorführung im Saal Debussy mit rund 1.200 Zuschauern ausverkauft.

Généus spielt selbst die Titelfigur, eine Sexarbeiterin im Küstenort Jacmel im Süden Haitis, die dem jungen Evangelikalen Joseph (Béonard Monteau) begegnet; zwischen beiden entsteht eine Bindung, während sein Glaube ins Wanken gerät. Der 103 Minuten lange Film ist eine Koproduktion aus Haiti, Frankreich, Belgien, Luxemburg und Kanada; in Frankreich bringt ihn der Verleih Pyramide in die Kinos.

Im Interview sagt Généus, sie habe das Verhältnis der Menschen in Haiti zur Moral erkunden wollen. Über den Schauplatz Bordell sagt sie: „Der Film ist nicht einmal eine Verzerrung der Realität; er ist die Realität“, und über die Stigmatisierung: „Das Problem ist das Tabu“ (übersetzt). Ihr vorheriger Spielfilm „Freda“ lief 2021 in der Cannes-Reihe Un Certain Regard. Die 80. Filmfestspiele sind für den 11. bis 22. Mai 2027 angesetzt.

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