Love-Scamming: Falscher US-Soldat und angeblicher Prinz – zwei Frauen verlieren Tausende
Die Polizei in der Westpfalz und in Euskirchen warnt nach zwei neuen Fällen: Betrüger täuschten online eine Beziehung vor und erbeuteten rund 8.000 und 15.000 Euro. Was Betroffene jetzt tun sollten.

Archivbild · Foto: Leiflive / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (zugeschnitten und skaliert)
Zwei neue Fälle von Love-Scamming beschäftigen die Polizei in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Wie das Polizeipräsidium Westpfalz am 20. Oktober mitteilte, bauten unbekannte Täter über mehrere Jahre hinweg per sozialen Medien und Textnachrichten eine Beziehung zu einer 62-jährigen Frau auf. Einer von ihnen gab sich als US-Soldat aus, der Geld brauche. Die Frau schickte mehrfach Gutscheincodes – im Glauben, jemandem zu helfen. Der Schaden beläuft sich auf rund 8.000 Euro; die Polizei ermittelt wegen Betrugs.
Im Kreis Euskirchen überwies eine ältere Frau nach Angaben der Kreispolizeibehörde insgesamt 15.000 Euro an einen Mann, den sie im Internet kennengelernt hatte und der sich als „Prinz von Dubai“ ausgab. Der Kontakt hatte sich über etwa drei Monate online entwickelt, bevor er um Geld bat. Die Kriminalpolizei hat Ermittlungen aufgenommen. Nach Polizeiangaben folgen solche Maschen einem Muster: Die Täter bauen gezielt eine emotionale Bindung auf und erfinden dann Notlagen – etwa Arztrechnungen, Zollgebühren oder Anwaltskosten –, teils untermauert mit gefälschten Bildern. Gezahlt werden soll per Überweisung ins In- oder Ausland oder mit Gutscheincodes; manchmal sollen Opfer auch ihr eigenes Konto für Weiterleitungen an angebliche Notare oder Anwälte zur Verfügung stellen.
Die Polizei rät, kein Geld und keine Gutscheincodes an Menschen zu schicken, die man nur aus dem Internet kennt und nie persönlich getroffen hat. Wer bereits gezahlt hat, sollte sofort die eigene Bank kontaktieren, um die Zahlung möglichst zu stoppen oder zurückzuholen, Chatverläufe, Profile und Zahlungsbelege sichern und Anzeige erstatten – auch wenn es Betroffenen unangenehm ist. Hilfreich sei zudem das Gespräch mit einer Vertrauensperson. Weitere Informationen bietet das Portal polizei-beratung.de. Einzelne Warnsignale sind nach Polizeiangaben allerdings noch kein Beweis für Betrug.
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