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Blickstudie: Frauen schauen attraktive Gesichter beider Geschlechter länger an

Männer verweilen vor allem bei attraktiven Gesichtern des Geschlechts, zu dem sie sich hingezogen fühlen – Frauen unabhängig davon. Das zeigt eine kleine Eye-Tracking-Studie aus den Niederlanden.

Eye-Tracking-Brille, wie sie in der Blickforschung genutzt wird (Symbolbild)

Symbolbild · Foto: Anatolich1 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (zugeschnitten und skaliert)

Wohin wandert der Blick, wenn zwei Gesichter nebeneinander erscheinen? Ein Team um Johanna M. Bellue und Tom S. Roth, Assistenzprofessor an der Universität Utrecht, hat das per Eye-Tracking untersucht; die Studie erschien in der Fachzeitschrift „Evolution and Human Behavior“, wie das Fachportal PsyPost am 19. Oktober berichtete. Laut dem spanischen Wissenschaftsmagazin Quo waren Forschende aus den Niederlanden und Deutschland beteiligt. Die Teilnehmenden wurden auf einem Wissenschaftsfestival in Utrecht gewonnen; ausgewertet wurden 65 Frauen und 37 Männer mit einem Durchschnittsalter von 38 Jahren, 87 von ihnen heterosexuell. In 36 Durchgängen sahen sie jeweils drei Sekunden lang zwei Gesichter desselben Geschlechts – eines zuvor als attraktiv, eines als weniger attraktiv bewertet. Gesagt wurde ihnen, es gehe allgemein um Gesichtswahrnehmung.

Beim ersten Blick spielte Attraktivität keine Rolle: In rund 78 Prozent der Fälle schauten die Teilnehmenden zuerst auf das linke Bild. Unterschiede zeigten sich bei der Verweildauer. Frauen betrachteten das attraktivere Gesicht etwa 55 Prozent der Zeit – egal, ob es zum Geschlecht gehörte, zu dem sie sich hingezogen fühlen (55,4 Prozent), oder nicht (54,7 Prozent). Männer verweilten bei attraktiven Gesichtern ihres bevorzugten Geschlechts 54,9 Prozent der Zeit, beim anderen Geschlecht nur 52,0 Prozent – ein Wert, der sich nicht verlässlich vom Zufall unterschied. Der direkte Vergleich zwischen den Geschlechtern verfehlte die Signifikanzschwelle knapp. Ob jemand in einer festen Beziehung lebte, hatte keinen nennenswerten Einfluss.

„Wir stellen fest, dass sich Männer und Frauen in ihrer Attraktivitätsverzerrung unterscheiden“, sagte Roth laut PsyPost. Die Ergebnisse seien aber nicht als Beleg für sexuelles Interesse an beiden Geschlechtern zu verstehen. Die Studie maß nur Blicke, nicht Begehren oder Partnerwünsche. Die Stichprobe war klein, freiwillig und nicht repräsentativ – überwiegend heterosexuell, hoch gebildet und städtisch; gezeigt wurden nur Fotos weißer Erwachsener, und die Umgebung auf dem Festival war laut. Angaben zur Finanzierung enthielten die Berichte nicht.

Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Rechts-, Steuer-, Finanz- oder medizinische Beratung. Angaben mit dem genannten Datenstand.

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