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NASA: Feuer im Amazonas – Satelliten übersehen viele Brände unter dem Blätterdach

Laut NASA Earth Observatory brennt das östliche Amazonasgebiet seit September. Eine Satellitenauswertung findet um Santarém rund 40 Prozent mehr Feuer als die Standardzählung.

Archivbild: NASA-Satellitenbild mit Rauch von Bränden über dem Amazonasgebiet bei Santarém

Archivbild · Foto: NASA / Wikimedia Commons, Public domain (zugeschnitten und skaliert)

Seit September 2026 breiten sich Feuer im zentralen und östlichen Amazonasgebiet aus – von den Wäldern um Manaus und Santarém bis zur Mündung des Amazonas. Das berichtet das NASA Earth Observatory in einer Analyse, die ScienceDaily am 17. Oktober veröffentlichte. Mitte Oktober lag Manaus, eine Stadt mit mehr als zwei Millionen Einwohnern, unter dichtem Rauch: Am 12. Oktober überstieg die Feinstaubbelastung (PM2,5) 135 Mikrogramm pro Kubikmeter. Schulen schlossen, Veranstaltungen wurden abgesagt. Nach Angaben des brasilianischen Wetterdienstes INMET fiel in Manaus im August 95 Prozent und im September 60 Prozent weniger Regen als üblich.

Als Ursachen nennt die NASA ein Zusammenspiel aus Dürre, dem starken El Niño und menschlichem Handeln: Blitze lösen im feuchten Amazonasgebiet weniger als ein Prozent der Brände aus. Viele große Feuer begannen als kontrollierte Brände zum Beseitigen von Gestrüpp oder Ernteresten und griffen dann auf den Wald über. Wälder, die schon 2015 und 2023 gebrannt hatten, fangen erneut Feuer; vorgeschädigte Bäume sind womöglich anfälliger. „Angesichts der Stärke dieses El Niño ist dies wirklich das Jahr, in dem man um jeden Preis auf das Abbrennen verzichten sollte“, sagte Douglas Morton vom NASA Goddard Space Flight Center. Eine Zuordnung der aktuellen Dürre zum Klimawandel enthält die Analyse nicht.

Die Messdaten haben zudem eine Lücke: Satelliteninstrumente wie MODIS und VIIRS erkennen Feuer über Wärmestrahlung, doch Rauch, Wolken und dichtes Kronendach verdecken vor allem schwache Bodenfeuer im Unterholz. Shane Coffield (University of Maryland, tätig am NASA Goddard) suchte in VIIRS-Daten gezielt nach solchen Kandidaten und fand um Santarém rund 40 Prozent mehr Feuer, als das Feuerinformationssystem FIRMS zählt; dort brennen demnach 50 bis 70 unkontrollierte Feuer. Wie viel Kohlenstoff dabei freigesetzt wird, beziffert die NASA nicht. Die Forscher erwarten, dass sich die Brandzone im November und Dezember nach Norden verlagert.

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